Zukunftsängste, Stress, Leistungsdruck, Veranlagung: Es gibt viele Ursachen, die die Seele belasten können. Zudem hat die Corona-Pandemie bei vielen Menschen psychische Erkrankungen hervorgerufen. Darüber geredet wird noch zu selten. Umso wichtiger ist es, Menschen mehr für das Thema zu sensibilisieren sowie Erkrankungen rechtzeitig und selbstbestimmt vorzubeugen. Wir zeigen, wie das gelingen kann.

Dieser Text beschäftigt sich mit Depressionen. Betroffene oder Menschen, die das potenziell belastet, sollten eventuell nicht weiterlesen. Stattdessen gibt es am Ende des Textes Infos zu kostenlosen und anonymen Beratungsstellen.

„Hallo, wie geht’s?“ – So oder ähnlich begrüßen wir uns täglich. Ein „Gut“ oder „Muss ja“ sind oft gehörte Antworten. Zeit, um in die Tiefe zu gehen, bleibt im Alltag selten. Manche Menschen fürchten, stigmatisiert zu werden, wenn sie von ihren Sorgen erzählen. Wer gibt schon gern zu, dass es ihm oder ihr seelisch gerade nicht so gut geht? Dabei sind Betroffene damit nicht allein: Laut der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) ist in Deutschland jede und jeder vierte Erwachsene im Zeitraum eines Jahres mit einer psychischen Erkrankung konfrontiert – im Familien- oder Freundeskreis oder weil er oder sie selbst erkrankt ist. Häufige Krankheitsbilder sind Angststörungen, Depressionen und Störungen aufgrund von Alkohol- oder Medikamentengebrauch.

Depression in Deutschland

Hinzu kommt aktuell die Corona-Pandemie. Sie hat zu einem starken Anstieg psychischer Erkrankungen geführt: Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind die Fälle von Depressionen und Angststörungen weltweit allein im ersten Jahr der Pandemie um 25 Prozent gestiegen. Es ist an der Zeit, offen und sachlich über psychische Krisen zu sprechen. Denn für Betroffene ist dies der erste Schritt aus einem Teufelskreis heraus: die eigene Krankheit zu erkennen und lernen, darüber zu reden. Außerdem ist es wichtig, sich professionelle Hilfe zu suchen, um zu verhindern, dass die Erkrankung chronisch wird.

Depressionen: Erste Anzeichen rechtzeitig erkennen

Wer regelmäßig unter Niedergeschlagenheit, Schlafstörungen oder Energielosigkeit leidet, sollte hellhörig werden, denn Symptome wie diese können erste Anzeichen einer Depression sein. Depressive Störungen gehören zu den am meisten unterschätzten Erkrankungen. Sie zu erkennen ist oftmals jedoch gar nicht so einfach. Anhand des anonymen Selbsttests der Stiftung Deutsche Depressionshilfe können Sie einschätzen lassen, ob für Sie ein Risiko besteht, an einer Depression erkrankt zu sein.

Hier finden Sie Hilfe

Stiftung Deutsche Depressionshilfe: Infotelefon: 0800 3344533 (Mo., Di., Do.: 13–17 Uhr;
Mi., Fr.: 08:30–12:30 Uhr)

Telefonseelsorge (Anruf kostenfrei, die Menschen am Hörer arbeiten ehrenamtlich und haben zum
größten Teil keine therapeutische Ausbildung): 0800 1110111 und 0800 1110222

online unter www.psychenet.de/de/hilfe-finden/schnelle-hilfe/soforthilfe

Frau vor einem Bergsee formt Herz mit Händen

Vorsorge: Damit Stress nicht zum Krankmacher wird

Auch wenn er ein schlechtes Image hat, ist Stress nicht per se etwas Negatives. Er setzt Energiereserven frei und ermöglicht es uns, neue Situationen zu bewältigen und Höchstleistungen zu erbringen. Erst wenn Stress chronisch wird und wir keine Ruhe mehr finden, wird es für die körperliche und seelische Gesundheit gefährlich. In unserem kostenlosen Stressratgeber finden Sie eine hilfreiche Checkliste, mit der Sie überprüfen können, wie es um Ihr persönliches Stresslevel steht. Außerdem enthält er zahlreiche Entspannungstipps. Immer mehr Menschen werden wegen psychischer Probleme berufsunfähig: Erkrankungen wie Burn-out, Depressionen und Angststörungen machen inzwischen mit 37 Prozent sogar den größten Teil der Fälle aus. Das zeigt der Bestand der Swiss Life-Leistungsfälle aus dem Jahr 2019. Frauen sind dabei deutlich häufiger betroffen als Männer. Erst danach folgen Erkrankungen des Bewegungsapparates (24 Prozent) und Unfälle (13 Prozent).

Fünf Tipps für mehr Resilienz und Achtsamkeit im Alltag

  1. Mindful Morning: Stehen Sie täglich eine halbe Stunde eher auf und tun Sie etwas, das Ihnen Freude bereitet – falls möglich, draußen in der Natur. Gut geeignet sind eine kleine Morgenmeditation und Yoga-Übungen. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die regelmäßige Praxis mentaler Entspannungstechniken den Parasympathikus im Gehirn aktiviert. Dieser Teil des vegetativen Nervensystems wird auch Ruhenerv genannt, da er unter anderem den Herzschlag und die Muskelspannung senkt und dafür sorgt, dass wir uns entspannen und erholen.
  2. Dankbarkeitstagebuch: Unser Gehirn ist evolutionär darauf angelegt, sich auf negative Ereignisse zu fokussieren. Vor Millionen von Jahren war diese Programmierung für uns Menschen nützlich, denn sie entschied, ob man überlebte oder nicht. Heute benötigen wir diese Programmierung im Regelfall nicht mehr. Sich morgens und/oder abends zu notieren, wofür man am heutigen Tag oder grundsätzlich dankbar ist, kann sehr hilfreich sein, um positive Dinge und Ereignisse bewusster wahrzunehmen und wertzuschätzen.
  3. Negative Glaubenssätze durch positive ersetzen: Auch wenn wir evolutionsbedingt schneller auf negative Einflüsse reagieren und Negatives überbewerten, sind wir diesem Mechanismus nicht ausgeliefert. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass wir unser Gehirn durch gezielte und vor allem tägliche Wiederholungen neu vernetzen können. Das funktioniert sowohl bei Gewohnheiten als auch bei Glaubenssätzen. Schreiben Sie sich täglich drei Glaubenssätze auf, die sie positiv umgewandelt haben. Zwei Beispiele: „Ich vertraue auf meine Fähigkeiten“ oder „Ich bin gut so, wie ich bin“.
  4. Regelmäßig raus ins Grüne: Bei Bewegung in der Natur werden verstärkt stimmungsaufhellende Hormone wie Noradrenalin und Glückshormone wie Endorphin und Serotonin ausgeschüttet.
  5. Digital Detox: Checken Sie Ihre beruflichen E-Mails nur während der Arbeitszeit. Nach Feierabend und im Urlaub sollte dies tabu sein. Auch beim privaten Medien- und Social-Media-Konsum ist weniger mehr. Wissenschaftler der Universität Bonn haben ermittelt, dass wir jeden Tag durchschnittlich 88-mal zu unserem Smartphone greifen. Das raubt uns Zeit und Aufmerksamkeit, die wir stattdessen uns oder Familie und Freunden widmen könnten. Schalten Sie Ihr Handy in Ihrer Freizeit öfter mal in den Flugmodus oder lassen Sie es während eines Ausflugs zu Hause – das kann sehr erholsam sein.
Handy in Korb mit Frau im Hintergrund, die liest

Berufsunfähigkeitsversicherung: je früher, desto besser

„Darum kümmere ich mich später, ich bin doch noch gesund und jung!“ Haben Sie das auch schon gedacht? Psychische Erkrankungen wie Burn-out, Depression und Angststörungen sind heute die häufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit. Und sie können jeden treffen. Die Erwerbsminderungsrente vom Staat reicht in der Regel nicht aus, um Ihren finanziell gewohnten Lebensstandard zu erhalten. Umso wichtiger ist es, sich mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abzusichern. Sie kann entsprechend der vertraglichen Regelungen einen finanziellen Ausgleich leisten – allerdings nur, wenn sie rechtzeitig abgeschlossen wurde. Warten Sie also nicht, bis eine Erkrankung oder ein Schicksalsschlag Sie an diese Notwendigkeit erinnert. Dann ist es meist zu spät. Übrigens: Je früher Sie Ihre BU abschließen, desto günstiger sind die Beträge meistens.

Berufsunfähigkeitsversicherung von Swiss Life

Mit dem frühzeitigen Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung können Sie bei Eintritt des Ernstfalls finanziell selbstbestimmt bleiben. Wir beraten Sie gerne.

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