Von den Ansprüchen unserer heutigen Leistungsgesellschaft bleiben auch Kinder nicht verschont und während ein gewisses Maß an Ehrgeiz sicherlich nicht verkehrt ist, kann ein zu hoher Leistungsdruck schwerwiegende Folgen für den Nachwuchs haben. Wir verraten Ihnen, wie Sie als Eltern Ihre Kinder unterstützen und sie vor gesundheitlichen Problemen schützen können.

Leistungsdruck als großer Stressfaktor

Der Wechsel vom Kindergarten in die Schule ist etwas ganz Besonderes. Das Kind macht einen großen Schritt in seiner Entwicklung: vom unbeschwerten Kindergartenalltag in Richtung Ernst des Lebens – mit neuen Freunden, jeder Menge Veränderungen, mehr Verantwortung, Hausaufgaben und Klassenarbeiten und letztendlich auch der Benotung der eigenen Leistung. Dabei kann Schule jede Menge Spaß machen und das täglich neu Erlernte den Ehrgeiz von Kindern anspornen. Schwierig wird es nur, wenn der Leistungsdruck zu hoch wird und in extremen Stress ausartet. 

In einer Studie haben wir herausgefunden, dass ein Drittel der Kinder und Jugendlichen unter Stress leidet. Doch woher kommt dieser Stress? Zum einen ist natürlich das „Großwerden“ an sich ein Stressfaktor. Kinder lernen täglich viel Neues, entdecken die Welt Stück für Stück und erleben jede Menge Veränderungen in ihrem Leben. Auch einschneidende Lebensereignisse, wie die Scheidung der Eltern oder der Tod der Großeltern, können Kinder stressen und sich längere Zeit auf ihre Psyche auswirken. 

Doch laut Deutschem Kinderschutzbund und PROSOZ-Institut für Sozialforschung ist der Hauptgrund für Stress bei Kindern die Schule und der damit zusammenhängende Leistungsdruck. Dieser wird schon früh vermittelt, denn nur wer in der Schule gute Noten hat, erreicht später im Leben auch etwas, richtig? Sie sind der Schlüssel zum Gymnasium, zusammen mit einer Bewerbung und dem Empfehlungsschreiben. Mit dem Abitur geht ein Studium einher, gefolgt von einer erfolgreichen Berufslaufbahn. Zumindest scheinen dies viele Eltern zu denken. Sicherlich öffnen gute Noten Kindern für die Zukunft mehr Türen und als Eltern wünscht man dem Nachwuchs eine sorgenfreie und selbstbestimmte Zukunft. Doch zu welchem Preis? 

Die Folgen des Leistungsdrucks bei Schülern

Durch den hohen Leistungsdruck an Schulen und durch Eltern können Kinder nicht nur die Freude am Lernen verlieren. Oft wirkt sich der Stress auch demotivierend aus und kann zu Lernblockaden führen. Letztendlich kann sich der Leistungsdruck auch auf die Gesundheit der Kinder auswirken. So können häufige Kopf- oder Bauchschmerzen sowie Essstörungen (Appetitlosigkeit oder Essattacken) und Gereiztheit Indikatoren für eine zu hohe Belastung sein. Auch Schlafstörungen können damit einhergehen, was wiederum in der Schule zu Konzentrationsproblemen und entsprechend schlechteren Noten führen kann. Und so entsteht ein Teufelskreis. 

Im schlimmsten Fall kann sich der Leistungsdruck derart psychisch auswirken, dass Kinder in eine Depression verfallen. Dies macht sich bei Mädchen meist durch tiefe Traurigkeit bemerkbar, wohingegen Jungen eher zu Aggressionen oder Drogenmissbrauch neigen. Kann Ihr Kind seine Schulbildung dann nicht mehr verfolgen, ist eine gute Absicherung viel wert. Denn eine Berufsunfähigkeit kann jeden treffen. Daher empfiehlt es sich, frühzeitig für Kinder eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, um ihnen schon in jungen Jahren eine finanzielle Absicherung zu bieten. Ein früher Einstieg lohnt sich, da der Beitrag besonders günstig ist und dauerhaft erhalten bleibt. Wir empfehlen eine Absicherung ab zehn Jahren. Dabei geht es nicht nur um die Berufsunfähigkeit Ihres Kindes, sondern auch darum, dass Sie als Eltern zu Hause bleiben können, um Ihr Kind während einer längeren Krankheit zu betreuen, da in diesem Fall die Versicherung Ihres Kindes greifen kann.

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Leistungsdruck bei Kindern: Was können Eltern tun?

Die gute Nachricht: Mehr als die Hälfte der Kinder vertraut sich bei Stress ihren Eltern an. Dies zeigt ein großes Vertrauensverhältnis und ist wichtig für eine gesunde physische und psychische Entwicklung des Kindes. Doch wie können Eltern mit der Situation umgehen? 

Zuerst gilt es, gar nicht erst zu viel Druck aufkommen zu lassen. So lässt man sich als Eltern möglicherweise schnell zu Vergleichen verleiten. „Du hast schon wieder eine Vier?! Und was hat Ben? Eine Zwei? Warum hast du keine Zwei?“ Natürlich ist ein gewisses Maß an Ehrgeiz nicht verkehrt, aber jedes Kind hat seine eigenen Stärken und Schwächen. So zählt am Ende doch eher: Hat sich das Kind bemüht? Hat es etwas dazugelernt? Wie kannst du dein Kind unterstützen, damit es Themen besser versteht? Und so sehr ein Abitur und ein Studium für manche Eltern erstrebenswert erscheinen: Sie sind keine Garantie für ein glückliches Leben und umgekehrt bedeutet eine Ausbildung nicht, dass das Kind beruflich keinen Erfolg haben und kein selbstbestimmtes Leben führen kann. 

In allererster Linie erfordert es also ein Umdenken bei manchen Eltern, um den Kindern zu vermitteln: Du bist genug und du bist gut, so wie du bist, mit all deinen Stärken und Schwächen. Und sowohl auf diese als auch auf jene sollten Sie sich konzentrieren. Was macht Ihrem Kind besonders Spaß? Wofür interessiert es sich? Wo können Sie Parallelen zum Schulunterricht finden und das Kind für Themen begeistern? Wo sind die Schwächen Ihres Kindes und wie können Sie es unterstützen, dennoch das Beste aus sich herauszuholen, ohne es zu überfordern und zu viel Druck aufzubauen? 

Auch Freizeitstress kann Kinder enorm unter Druck setzen. Talente von Kindern zu fördern ist durchaus wichtig, aber es soll dem Kind auch Spaß machen und eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag sowie Erholung bieten. Ist allerdings jeder Nachmittag für außerschulische Aktivitäten geblockt, kann hier zusätzlicher Leistungsdruck entstehen. Dabei sollten Kinder ihre Kindheit auch genießen können, ohne dass ihre Freizeit komplett durchgetaktet ist.

Letztendlich ist es wichtig, dass Sie mit Ihrem Kind sprechen: zeigen Sie Verständnis und fragen Sie es, wie Sie den Druck von seinen Schultern nehmen können. Machen Sie Ihrem Kind immer wieder klar, dass Noten nicht alles sind und Sie es auch lieben, wenn es in der Schule einmal nicht läuft. 

Tipps zur Stressbewältigung bei Kindern

Um zu wissen, wie Sie Ihrem Kind helfen können, gilt es erst einmal herauszufinden, wo die Ursachen liegen. Was genau stresst Ihr Kind in der Schule? Im Alltag gilt es zudem, die richtige Balance für Ihr Kind zu finden. Zwar lässt sich die Konzentration bei Kindern trainieren, aber dennoch können sich manche Kinder länger konzentrieren als andere. Beobachten Sie Ihr Kind daher genau: Wie lange kann es sich gut konzentrieren? Pausen sollten noch vor dem Punkt eingelegt werden, an dem die Konzentration nachlässt. So bleibt Ihr Kind motiviert und kann sich länger auf eine Aufgabe fokussieren. 

Die Pausen können Sie unterschiedlich gestalten. Bewegung an der frischen Luft kann beispielsweise den Kopf freimachen, kurbelt den Kreislauf an und zehn bis 15 Minuten an der Sonne pro Tag beugen einem Vitamin-D-Mangel vor. Somit werden auch Stress und Müdigkeit gemindert. Bewegung eignet sich zudem gut zum Stressabbau oder auch um Stress grundsätzlich vorzubeugen. Alternativ kann Ihr Kind auch beim Musikhören, Basteln oder Lesen entspannen.

Außerdem können feste Strukturen helfen, den Druck ein wenig zu reduzieren. Feste Rituale können dabei ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Versuchen Sie zudem, ausreichende Zeitpuffer zwischen Terminen oder Lerneinheiten einzuplanen, um Hektik und Termindruck zu vermeiden. Dies ist im Familienalltag nicht immer einfach, aber auch in Ihrem Interesse als Eltern. Und sind Sie selbst weniger gestresst, kann sich dies positiv auf Ihren Nachwuchs auswirken. 

Des Weiteren können Sie mit Ihrem Kind To-do-Listen führen, denn auf dem Papier ist aus dem Kopf und es besteht nicht die Gefahr, dass Ihr Kind seine Aufgaben vergisst. Außerdem hat das Abhaken der To-dos eine Art Belohnungseffekt. Alternativ können Sie auch kleine Sticker verteilen. Zudem Grenzen sind wichtig. So sollten Sie beispielsweise keine kritischen Schulthemen am Essenstisch besprechen, denn beim Essen geht es um die gemeinsame Zeit als Familie und ein positives Ereignis. Löchern Sie Ihr Kind hier ständig zu Noten, den Hausaufgaben oder anstehenden Klassenarbeiten, stressen Sie es unnötig in dieser wohlverdienten Auszeit.  

Ein weiterer Hebel sind gezielte Entspannungsübungen. Klassische Techniken sind dabei autogenes Training, Atemübungen, progressive Muskelentspannung, Yoga oder sogenannte Fantasiereisen, bei denen eine Geschichte vorgelesen oder ein Hörspiel angemacht wird. Je mehr Freiräume diese Geschichte für die eigene Fantasie bietet, desto besser. Denn so kann sich Ihr Kind ganz auf die Bilder fokussieren, die es sich ausmalt.

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