In herausfordernden Zeiten wie diesen machen sich viele Menschen Gedanken um ihre Zukunft. Daher überrascht es nicht, dass die Deutschen seit Beginn der Corona-Pandemie ihre Altersvorsorge noch genauer unter die Lupe nehmen.

Beim Anblick des Rentenbescheids macht sich oftmals Ernüchterung breit. Um dem demografischen Wandel Rechnung zu tragen, ist es unerlässlich, die Altersversorgung aufzustocken. Jedoch erschwert das anhaltende Niedrigzinsumfeld grundsätzlich den Vermögensaufbau und Garantieerfordernisse, wie beispielsweise in der betrieblichen Altersversorgung (bAV), hemmen die Investition in renditestarke Anlageformen. Es ist an der Zeit für politische Impulse, die das Zinsumfeld als Chance nutzen, um staatlich geförderte Vorsorge noch attraktiver zu gestalten. 

Eine ergänzende Altersvorsorge ist wichtiger denn je

Viele Erwerbstätige fürchten sich vor der Altersarmut und verfügen gleichzeitig über beunruhigend wenig Hintergrundwissen zum Thema Altersvorsorge. 40 % der Deutschen gaben 2017 in einer Studie von Swiss Life und des Meinungsforschungsinstituts YouGov an, sich nur mittelmäßig mit Finanzen auszukennen.
8 % bezeichneten ihr Wissen sogar als schlecht und die Aktienkultur als nicht ausgeprägt. Bei Swiss Life erleben wir eine andere Realität. Gerade junge Menschen wollen Beratung und setzen vermehrt auf chancenorientiertes Sparen. Sieben von zehn unserer Neukunden sind Millennials, also Menschen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren. Gerade diese Kundengruppe ist es, die mehr zum Thema Finanzen und Vorsorge wissen möchte und der die Relevanz der Vorsorge über aktienbasiertem Sparen in Einklang mit dem jeweiligen Risikoprofil bewusst ist. Wir beobachten seit Corona ein Aufblühen der Aktienkultur. Das gibt uns Grund zur Hoffnung und weckt Optimismus, dass wir durch eine ganzheitliche und qualitative Beratung unseren Beitrag leisten können. Wir wollen die Chancen und Möglichkeiten von Fonds und Aktien als Vorsorgeinstrument transparent aufzeigen – auch unter Berücksichtigung ökologischer, sozialer und Governance-Gesichtspunkte.

Die Rendite ist entscheidend –  nicht die Garantie

Um den Menschen ein finanziell selbstbestimmtes Leben auch im Alter zu ermöglichen, ist es wichtig, zukunftsfähige Produkte anzubieten, welche die oben genannten Chancen der fonds- und aktienbasierten Anlageformen bestmöglich nutzen. Schlussendlich zählt die Rendite – nicht die Garantie. Garantien kosten Geld und verringern die Renditechancen. Moderne Produkte gehen darauf ein und bieten Perspektiven. Mit abgesenkten Garantien kann renditeorientiert am Kapitalmarkt investiert und so attraktive Leistungen möglich gemacht werden. Die langfristige Entwicklung der Aktienmärkte verlief in der Vergangenheit tatsächlich nicht nur krisenbeständig, sondern auch positiv.

Die Zukunft der Altersvorsorge

Im Dreiklang der Altersversorgungssysteme in Deutschland bestehen grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten der Vorsorge, um damit einer drohenden Altersarmut entgegenzuwirken. Klammert man die geförderte Basisversorgung, dazu gehören z. B. die gesetzliche Altersversorgung, berufsständische Versorgungswerke sowie die für Unternehmer und Selbstständige attraktive Basisrente aus, stehen der breiten Masse der Bevölkerung im Wesentlichen zwei Vorsorgeformen zur Verfügung: private Kapitalanlageprodukte (z. B. Fondspolicen) und die geförderte Zusatzversorgung, namentlich die Riester-Rente sowie die betriebliche Altersversorgung.

Private Fondspolicen werden in der Ansparphase nicht gefördert. Dafür kann in Sachen Aktien- und Fondsanlagen aus dem Vollen geschöpft werden. Demgegenüber steht die staatlich geförderte Zusatzversorgung mit ihrem enormen Förderhebel. Mit Unterstützung durch den Staat lassen sich hier ordentliche Beitragshöhen zum Aufbau einer auskömmlichen Altersversorgung erzielen, doch leider schränken die erforderlichen Garantien das Anlagespektrum deutlich ein. Dies wirkt umso schwerer, je niedriger das Zinsniveau ist.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass in der Lebensversicherung eine Ära enden muss. Große Versicherer wie die Allianz verabschieden sich in der beitragsorientierten Leistungszusage der bAV nun auch von Policen mit hundertprozentigen Garantien zugunsten einer attraktiven Rendite. In Zeiten der Niedrigzinsen, die uns aufgrund der Corona-Krise noch lange erhalten bleiben werden, ein alternativloser Schritt. Tatsächlich haben wir uns bei der Swiss Life-Versicherung schon früher als die großen Player zukunftsfähig aufgestellt, um auf die anhaltende Niedrigzinsphase und das Regulierungswerk Solvency II zu reagieren. Von klassischen Policen mit festgeschriebener Verzinsung bis zum Ende der Rentenphase haben wir uns 2015 verabschiedet und bieten unseren Kunden mit dem Produkt Swiss Life Maximo bereits seit 2017 einen Tarif mit reduzierten Garantieangeboten.

Mehr Flexibilität für Versicherer


Zusammenfassend klafft in der Finanzierung der gesetzlichen Rente eine große Lücke, die in den vergangenen Jahren weiter stark gewachsen ist. Die aktuelle Corona-Pandemie und damit einhergehende Staatsverschuldung wird weiter Druck auf die gesetzlichen Rentenkassen aufbauen. Um einen angemessenen Ausgleich über die vorhandenen Instrumente der zusätzlichen Altersversorgung zu schaffen, ist die Verteilung der Garantieerfordernisse innerhalb des Altersversorgungssystems unzureichend. Damit Versicherer stärker diversifizieren dürfen, muss die Erfordernis der Bruttobeitragsgarantie in der bAV bei Beitragszusagen mit Mindestleistung und bei Riester-Verträgen gelockert werden. Was es jetzt braucht: mehr Freiheit und Mut, um die Chancen am Kapitalmarkt aktiv zu nutzen. Die Absenkung der Garantien steigert die Erfolgsaussicht auf eine ansprechende Rendite oberhalb des Beitragserhalts. Diversität ist die Stärke des deutschen Altersvorsorgesystems. Damit innerhalb des Systems ein fairer Wettbewerb stattfindet, ist eine Reform der staatlich geförderten Zusatzversorgung zwingend notwendig.

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