In der bereits fünften Ausgabe des Vorsorgereports wird die Entwicklung des Vorsorgeverhaltens der 1,6 Millionen Kundinnen und Kunden der Finanzvertriebe von Swiss Life der letzten Dekade und der letzten 18 Monate im Kontext der hohen Inflation und Zinswende betrachtet.

Ergebnisse im Überblick

  • Sparer/-innen werden jünger und setzen auf Aktien und Immobilien
  • Frauen legen seltener Geld für’s Alter zurück als Männer
  • Trotz Inflation sorgen die Menschen für ihre Rente vor
  • Rechnungszinssenkung führt zu Nachfragetief bei Riester
  • Zinswende führt zu Boom bei Bausparen – die Menschen rechnen mit weiter steigenden Zinsen

Die Menschen nehmen ihre Vorsorge zunehmend selbst und in jüngeren Jahren in die Hand als noch vor zehn Jahren. Bei ihrer Geldanlage setzen sie außerdem auf Aktien und Immobilien. Das ist ein Ergebnis des Swiss Life-Vorsorgereports, in dem das Unternehmen das Spar- und Anlageverhalten der 1,6 Mio. Kundinnen und Kunden der Finanzberatung analysiert. In der mittlerweile fünften Ausgabe des Reports betrachtet Swiss Life die Entwicklung des Vorsorgeverhaltens der letzten Dekade und der vergangenen 18 Monate im Kontext der hohen Inflation und Zinswende. Eine korrespondierende Marktforschung bietet zudem repräsentative Zusatzinformationen zu Motiven und Einstellung rund um Geldanlage, Sparen und Altersvorsorge.

Portrait von Jörg Arnold
Junge Menschen wissen, dass sie für die Rente selbst vorsorgen müssen und machen das immer früher. Damit legen sie bereits in jungen Jahren den Grundstein für ihre finanzielle Selbstbestimmung.

Die Menschen sparen in jüngeren Jahren als noch vor zehn Jahren

Lag das Durchschnittsalter der Menschen, die erstmals eine Altersvorsorge und eine Absicherung abgeschlossen oder ein Investment getätigt haben, im Jahr 2012 noch bei 36,9 Jahren, ist es binnen der letzten zehn Jahre um 1,5 Jahre auf 35,4 Jahre gefallen. Diese Entwicklung ist über alle Produktkategorien, mit Ausnahme der betrieblichen Altersversorgung, zu beobachten. Besonders in den Produktkategorien Flexible Privatvorsorge (minus 5,7 Jahre), Immobilien und Alternative Investmentfonds (minus 6,1 Jahre) und Investments (minus 4,2 Jahre) sank das Durchschnittsalter der Sparerinnen und Sparer erheblich. Durchschnittlich im Alter von 29,1 Jahren sichern Menschen ihr Einkommen ab und sparen ab einem Alter von 29,4 Jahren mit einer Rüruprente und ab 29,6 Jahren mit einer privaten Rentenversicherung in der dritten Schicht. In diesen Produktkategorien finden sich die jüngsten Kundinnen und Kunden.

Darüber hinaus zeichnet sich ein klarer Trend ab: Junge Menschen investieren mittlerweile verstärkt in Aktien und Immobilien, wie der Vorsorgereport ebenfalls zeigt. Die Altersgruppe der 16 bis 30-Jährigen verzeichnet seit 2012 ein Wachstum im Bereich Investments von 454 Prozent. Darunter fallen vor allem Aktien-, Misch- und Geldmarktfonds sowie ETF-Sparpläne. Die Menschen fanden dort gerade in der langen Niedrigzinszeit attraktive Renditemöglichkeiten. „Die junge Generation bringt eine hohe Bereitschaft für Aktien mit, sie sind mit dem Nullzins aufgewachsen und nutzen die Chancen der Kapitalmärkte. Das ist ein gutes Zeichen für die Aktienkultur in Deutschland“, so Arnold. Gleichzeitig hat sich die Nachfrage nach Immobilien und alternative Investmentfonds (AIF), darunter Immobilien- und Private Equity-Fonds, in den letzten zehn Jahren mehr als verachtfacht. Dieses starke Wachstum ist ebenfalls vorrangig von der jungen Altersgruppe getrieben, aber auch von Frauen – sie verzeichnen in dieser Produktkategorie ein mehr als doppelt so hohes Nachfrageplus als Männer.

Frauen sorgen weiterhin seltener vor als Männer, aber sie fangen früher an

Die hohe Investitionsbereitschaft in Immobilien darf nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass Frauen weiterhin seltener vorsorgen als Männer. Im vergangenen Jahr waren 42 Prozent der Kundschaft weiblich und 58 Prozent männlich – genau wie im Jahr 2012. „Leider bestätigen unsere Daten, dass Frauen immer noch seltener vorsorgen als Männer“, so Arnold. Jedoch sind die Kundinnen mittlerweile im Durchschnitt ein Jahr jünger (36 Jahre), wenn sie zu sparen beginnen oder eine Versicherung abschließen. Beim Abschluss eines Altersvorsorgeprodukts sind Frauen mittlerweile 31,7 Jahre alt und beginnen damit durchschnittlich 2,3 Jahre früher mit ihrer Vorsorge als noch im Jahr 2012.

„Die Rente ist ein Spiegelbild des Arbeitslebens. Durch die weiterhin bestehenden Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern werden Frauen gleich doppelt benachteiligt, denn das schlägt sich auch in durchschnittlich niedrigeren Rentenansprüchen nieder. Daher ist es umso wichtiger mehr Frauen für die zusätzliche Altersvorsorge zu gewinnen“, sagt Arnold. Die repräsentative Studie, die YouGov im Auftrag von Swiss Life Deutschland im Zeitraum von April bis Mai 2023 unter 2.089 Personen durchführte, zeigt zudem, dass 34 Prozent der Frauen in Deutschland noch überhaupt nicht in ihre Altersvorsorge investieren (Männer: 30 %) und überdurchschnittlich häufig angeben, Sorge vor Altersarmut zu haben. 56 Prozent der Frauen haben Angst vor fehlenden Finanzmitteln in der Rente (Männer: 49 %).

Coronapandemie hatte einen positiven Effekt auf das Vorsorgeverhalten der Menschen

Die vergangenen zehn Jahren waren volkswirtschaftlich geprägt von sinkender Arbeitslosigkeit, konstantem Wirtschaftswachstum und einem Niedrig- bzw. Nullzinsumfeld, was sich auch im Vorsorge-, Absicherungs- und Investitionsverhalten der Menschen widerspiegelt und zu einer wachsenden Nachfrage nach Vorsorgelösungen und Investitionen führte. Innerhalb der letzten drei Jahre stapeln sich mittlerweile aber die Krisen. Wie der Vorsorgereport zeigt, hatte die Coronapandemie mit Blick auf die Sparbereitschaft und das tatsächliche Sparverhalten allerdings einen positiven Effekt: Die Menschen haben die Zeit genutzt, um sich mit ihrer Altersvorsorge (+47 %) und ihren Investments (+46 %) zu beschäftigen. Zur Verfügung stehende finanzielle Liquidität, wie bspw. durch die Abschaffung des Solidaritätszuschlags, wurden dazu genutzt. Als Folge des Kriegsausbruchs in der Ukraine im Jahr 2022 und zunehmenden Lieferengpässen kam es in Deutschland zur Rekordinflation, mit der die Zentralbanken mit Zinserhöhungen reagierten.

Inflation lässt Menschen nicht an Altersversorgung sparen – Rechnungszinssenkung führt zu Tiefstand bei der Nachfrage nach Riesterrenten

Die gegenwärtige Inflation führte nicht zu einer nachhaltigen Veränderung im Vorsorgeverhalten. „Die Menschen bleiben ihrer Altersvorsorge auch in Inflationszeiten treu“, so Swiss Life-Chef Arnold. Die Verbraucherinnen und Verbraucher haben zunächst die Entwicklungen beobachtet und investieren gegenwärtig wieder verstärkt in ihre Alterssicherung mit einem Plus von mehr als 20 Prozent in den ersten drei Monaten 2023. Der gesamte Bereich Altersvorsorge war im Jahr 2022 das Produktsegment mit der höchsten Nachfrage. Aber: Im Zuge der Rechnungszinssenkung verloren Riesterrenten an Attraktivität für Sparerinnen und Sparer. In den Jahren zuvor waren Riesterrenten vor allem bei Frauen eine stark nachgefragte Vorsorgelösung, sie schlossen durchschnittlich häufiger Riesterverträge ab als Männer. Die Nachfrage nach der staatlich geförderten Privatrente kam jetzt im vergangenen Jahr zu einem Tiefstand. Im ersten Inflationsjahr 2022 registrierte das Unternehmen nun vor allem Nachfragewachstum in den Bereichen Immobilien und Bausparen.

Zinswende läutet die Renaissance des Bausparens ein

Im vergangenen Jahr verzeichnete Swiss Life ein Nachfrageplus von 54 Prozent im Bereich Immobilien und alternative Investmentfonds. Insbesondere Frauen (+142 %) und Personen mit einem Einkommen von unter 2.000 Euro/Monat (+85 %) nutzten die Chance dieser Anlageform. Die Zinswende führte bei den Kundinnen und Kunden der Swiss LifeFinanzberatung gleichzeitig aber zu einer Renaissance von Bausparverträgen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden im letzten Jahr 212 Prozent mehr Verträge abgeschlossen. Der Trend des letzten Jahres setzt sich auch im ersten Quartal 2023 fort. Die Kundinnen und Kunden sichern sich damit günstige Zinsen für einen späteren Immobilienerwerb. Darauf weist auch die tendenziell hohe Bausparsumme von durchschnittlich 110.000 Euro hin.

Auch die Marktforschung von Swiss Life bestätigt diesen Trend. 58 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Hypothekenzinsen weiter steigen werden und knapp ein Fünftel der Menschen plant den Erwerb einer Immobilie in den nächsten zehn Jahren. Aufgrund gestiegener Finanzierungskosten haben immerhin 13 Prozent aller Befragten von einem konkreten Immobilienkauf wieder Abstand genommen. Dies verwundert nicht, schließlich dürfte für nur 23 Prozent eine monatliche Annuität höher als 1.000 Euro sein. Ein Drittel hingegen bleibt optimistisch und sieht den Traum vom Eigenheim weiter erreichbar. „Als ganzheitlich beratendes Vorsorgeunternehmen behalten wir den Markt genau im Blick und erkennen frühzeitig Chancen, von denen die Menschen profitieren“, so Arnold.

Swiss Life-Chef Arnold: „Die Sparerinnen und Sparer sorgen selbstbestimmt vor“

Mit Blick auf die Ergebnisse des Vorsorgeverhaltens der Menschen in Deutschland zieht Swiss Life-Chef Jörg Arnold ein positives Fazit: „Die Sparerinnen und Sparer sorgen selbstbestimmt für ihr Alter vor und das in immer jüngeren Jahren. Dabei setzen sie zunehmend auf Aktien und Immobilien – ein gutes Zeichen für die Alterssicherung in Deutschland. Die persönliche Finanzberatung leistet dafür einen wichtigen Beitrag. Auch in herausfordernden Zeiten wie diesen unterstützen Beraterinnen und Berater die Menschen dabei, ihre Finanzen zu regeln und optimistisch und mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken. Es bleibt aber eine gemeinsame Kraftanstrengung, dass alle Menschen gleichermaßen für ein auskömmliches Leben im Alter vorsorgen können.“

Vorsorgereport 2023_1
Vorsorgereport 2023_1
Vorsorgereport 2023_2
Vorsorgereport 2023_2

Vorsorgereport

Der Vorsorgereport untersucht das Vorsorgeverhalten der 1,6 Millionen Kundinnen und Kunden der Finanzvertriebe. Flankiert wird der Report von einer YouGov-Studie. Insgesamt nahmen 2.089 Personen ab 18 Jahren im Zeitraum 28.04 - 01.05.2023 an der für die deutsche Bevölkerung repräsentativen Online-Umfrage teil. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

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