Neben gesundheitlichen Auswirkungen bringt das Coronavirus auch finanzielle Herausforderungen mit sich. Während ein Teil der Bevölkerung im Homeoffice seinem Job nachgehen kann, werden andere unter Kurzarbeit gestellt oder müssen vollkommen auf ihr Einkommen verzichten. Wir geben Ihnen Tipps, welche Sparmaßnahmen Sie in diesen Fällen ergreifen können.

Ausgaben überprüfen

Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Einnahmen und Ausgaben. Dabei kann Ihnen ein Haushaltsbuch helfen, aber auch kostenlose Apps, wenn Sie es lieber digital mögen. Auch eine einfache Tabelle verschafft schnell Klarheit, wofür Sie Ihr Geld monatlich ausgeben. So können Sie eventuelle Kostenfresser ausfindig machen. Selbst kleine Positionen können einen Unterschied machen, wenn es viele von ihnen gibt. Tipp: Vergessen Sie auch nicht die Jahresbeträge! Vielleicht nutzen Sie bereits bei Ihrer Versicherung oder im Fitnessstudio die Möglichkeit, den Betrag einmal jährlich zu zahlen, um zu sparen. Doch gerade diese Beträge verliert man schnell aus den Augen und plötzlich steht diese große Summe im Raum, an die Sie gar nicht mehr gedacht hatten.

Sparsam einkaufen

Fragen Sie sich beim Einkaufen, ob es immer das Markenprodukt sein muss oder ob die günstige Alternative nicht genauso gut schmeckt. Auch Großeinkäufe helfen oft, Geld zu sparen. Ein Essensplan für die komplette Woche hilft Ihnen bei der Planung und so kann es reichen, wenn Sie nur ein Mal pro Woche einkaufen. Eine Einkaufliste zeigt Ihnen auf, was Sie benötigen. Kaufen wir öfter kleine Mengen ein, neigen wir teilweise eher und dann natürlich auch öfter dazu, Dinge zu kaufen, die wir vielleicht nicht unbedingt benötigen.

Versicherungen und Investitionen prüfen

Sparpotenzial bietet sich hier z.B. bei Sachversicherungen von Paaren. Ist jeder von Ihnen einzeln versichert, zahlen Sie in der Regel mehr. Mit sogenannten Paar-Tarife lassen sich jedoch bei der Hausrat-, Privathaftpflicht- und Rechtsschutzversicherung, jährlich bis zu 150 Euro sparen. Prüfen Sie daher Ihre Versicherungen und klären Sie mit Ihrem Berater, welche Tarife dieser Ihnen anbieten kann.

Bei Ihren Investitionen sollten Sie grundsätzlich Ruhe bewahren und nichts überstürzen. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen sollte man keine übereilten und unbedachten Änderungen an Ihrer Lebens-, Renten- oder Invaliditätsabsicherung vornehmen. Dadurch würden Sie nicht nur Ihren wertvollen Versicherungsschutz verlieren, sondern erleiden unter Umständen auch steuerliche Nachteile. Zudem sehen viele Altersvorsorgeprodukte (bei der Swiss Life sind dies z. B. Synchro, Champion, Maximo) Garantien vor, die Kapitalmarktschwankungen abfedern und somit garantierte Mindestleistungen unabhängig von der Kapitalmarktentwicklung sicherstellen. Bei der Kündigung einer Lebensversicherung mit Risikoschutz (z. B. Todesfallabsicherung, Berufsunfähigkeitszusatzversicherung) geht dieser Schutz außerdem verloren. Eine erneute Annahme kann unter Umständen nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen stattfinden.

Besitzen Sie eine fondsgebundene Lebensversicherung sollten Sie sich ebenfalls nicht beirren lassen. Sicherlich haben Sie mitbekommen, dass es Kurseinbrüche an den weltweiten Aktienmärkten gab und es im Regelfall zu Einbußen kommen wird. Diese münden aber erfahrungsgemäß auch wieder in einer Erholungsphase. Historische Kapitalmarktentwicklungen haben gezeigt, dass Aktien bisher solide durch Krisen gekommen sind. Des Weiteren werden durch ratierliches Sparen über eine fondsgebundene Renten- oder Lebensversicherung Schwankungen in der Regel langfristig ausgeglichen. Das bedeutet, dass bei hohen Kursen weniger Fondsanteile gekauft werden, während es bei niedrigen Kursen – wie jetzt aktuell – mehr Fondsanteile sind. Somit kaufen Sie sich langfristig zu einem günstigen Durchschnittskurs in den Kapitalmarkt ein.

Sonderkulanzregelungen nutzen

Erkundigen Sie sich bei Dienstleistungen bezüglich Sonderkulanzregelungen. So gelten diese bei
 Swiss Life bis zum 31.07.2020. Wir bieten für alle unsere Produkte kurzfristig eine Stundung oder befristete Beitragsfreistellung für einen Zeitraum von sechs Monaten an. Ausgenommen sind Pensionskassenverträge. Somit erhalten Sie mehr Flexibilität. Außerdem ermöglichen wir Ihnen in zahlreichen Produktgattungen Fristen, die über diesen sechsmonatigen Mindestzeitraum hinausgehen. Je nach Produkt können diese bis zu 24 Monate betragen. Natürlich sind auch kürzere Phasen möglich. Unsere Empfehlung bei Risikoabsicherungsprodukten (z. B. Berufsunfähigkeitsversicherung): die Beitragsstundung. Dabei bleibt der Versicherungsschutz für Sie erhalten.

Altersvorsorgeprodukte wie z. B. Swiss Life Investo können Sie befristet beitragsfrei stellen. Das bedeutet, dass Sie während dieser Zeit nichts einzahlen und auch keine weiteren Fondsanteile gekauft werden. Selbstverständlich stehen Ihnen auch alle anderen Überbrückungsmöglichkeiten zur Verfügung, die vertraglich vorgesehen sind. Wichtig ist jedoch immer, dass der betroffene Vertrag sich noch nicht im Mahn- und Kündigungsverfahren befinden darf.

Zahlungsaufschub bei Strom, Gas, Wasser, Abwasser und Telekommunikation

Seit dem 1. April können Sie einen Zahlungsaufschub von drei Monaten bei Strom, Gas, Wasser, Abwasser oder Internet erhalten. Das ist das sogenannte „zeitlich befristete Leistungsverweigerungsrecht“, auf das Sie sich berufen und über das Sie Ihren Vertragspartner informieren müssen. Voraussetzung für die Beanspruchung ist u.a., dass Sie den jeweiligen Vertrag vor dem 8. März 2020 geschlossen haben und Sie aufgrund der Coronapandemie drastische wirtschaftliche Verluste erlitten haben und daher Ihren oder den Lebensunterhalt Ihrer Familie nicht mehr angemessen bestreiten können. Der Aufschub ist zunächst bis zum 30. Juni 2020 befristet. Können Sie Ihre Rechnungen dann noch immer nicht begleichen, kann Ihr Vertragspartner das ausstehende Geld einfordern oder Ihren Vertrag kündigen.

Grundsätzlich hilft beim Sparen aber auch ein bewusster Verbrauch. Lassen Sie daher Wasser nicht unnötig z. B. beim Zähneputzen laufen, schalten Sie Elektrogeräte, die Sie nicht im Gebrauch haben, aus. Der Standby-Modus ist ein großer Energiefresser im Haushalt. Sie können zehn bis zwanzig Prozent Ihrer Stromkosten einsparen, wenn Sie darauf verzichten.

Stundung von Krediten

Sie haben als Verbraucher einen laufenden Immobilienkredit oder Ihr Auto über einen Kredit gekauft, der nun abbezahlt werden muss? Auch hier hat die Bundesregierung eine Stundungsregelung beschlossen. So können bei Vorliegen aller Voraussetzungen Verbraucherdarlehensverträge für maximal drei Monate pausiert oder abweichende Regelungen zur Rückzahlungsleistung getroffen werden. Dies gilt für Verträge, die vor dem 15. März 2020 abgeschlossen wurden. Die Regelung umfasst die komplette Rückzahlungsleistung – also Zins und Tilgung – und hat Gültigkeit ab dem 1. April 2020 bis zum 30. Juni 2020. Auch hier zählt, dass der Verbraucher drastische Einnahmeausfälle durch die COVID-19-Pandemie zu verzeichnen hat und eine weitere Erbringung von Rückzahlungs-, Zins- oder Tilgungsleistungen dazu führen würde, dass diese Ihren angemessenen Lebensunterhalt oder den Ihrer Familie gefährden. Im Stundungszeitraum fallen zudem keine Verzugszinsen an und die Bank darf das Darlehen nicht aufgrund des Ausfalls der Zahlungen kündigen und die gesamte Forderung fällig stellen. Bedenken Sie aber, dass dies nur ein Aufschub ist. Letztendlich laufen die Forderungen auf und nach der Stundung müssen diese irgendwann gezahlt werden, beziehungsweise eine Verlängerung der Darlehenslaufzeit in Kauf genommen werden.

Tipp: Auf der Website der Verbraucherzentralen finden Sie einen Musterbrief, mit dem Sie Ihre Situation ganz genau schildern können.

Hier sparen Sie bereits

Wussten Sie, dass der Grundfreibetrag in diesem Jahr erhöht wurde? Der Grundfreibetrag ist der Teil des Einkommens, der steuerfrei belassen wird. Auf diesen Betrag muss also keine Einkommensteuer gezahlt werden. Ab sofort (Stand 05/20) liegt dieser für Singles bei jährlich 9.408 Euro (bisher 9.168 Euro). Bei Ehepaaren sind dies 18.816 Euro (bisher 18.336 Euro).
Die Erhöhung bedeutet u.a. mehr Geld zum Leben für Menschen, die am Existenzminimum leben. Mini-Jobber können zudem pro Jahr 240 Euro steuerfrei mehr verdienen. Besonders bemerkbar macht sich die Erhöhung des Grundfreibetrages vor allem für Menschen mit höherem Verdienst, denn umso höher ist der Betrag der durchschnittlichen monatlichen Ersparnis. Ab ca. 56.000 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen beträgt die Ersparnis dann jedoch kontinuierlich 183 Euro im Jahr.¹

Wussten Sie, dass der Grundfreibetrag in diesem Jahr erhöht wurde? Der Grundfreibetrag ist der Teil des Einkommens, der steuer¬frei belassen wird. Auf diesen Betrag muss also keine Einkommen¬steuer gezahlt werden.

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¹ Quelle: https://www.finanz-tools.de/einkommensteuerrechner; Abruf am 13.05.2020