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Live Escape Games – Große und Kleine Fluchten aus dem Alltag

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Sie sind der letzte Schrei auf dem Spielemarkt für Erwachsene: Sogenannte Live Escape Games oder Escape Rooms. Eine Gruppe von Personen lässt sich in einem Raum einsperren und versucht, gemeinsam einen Ausweg zu finden. Dazu müssen versteckte Hinweise gefunden, Passwörter geknackt oder Rätsel gelöst werden. Eine tolle Möglichkeit, der Realität mal den Rücken zu kehren und dem Alltag zu entfliehen. Im Folgenden erklären wir den Trend genauer.

Wie funktioniert das genau?

Zwei bis sechs Personen bilden eine Gruppe und werden in einen präparierten Raum eingesperrt. In einer vorgegebenen Zeit (meistens 60 Minuten) müssen alle Beteiligten zusammen einen Ausweg aus dem Raum finden oder eine bestimmte Aufgabe lösen, beispielsweise eine Bombe entschärfen. In dem Raum befinden sich versteckte Bilder-, Farben- oder Zahlenrätsel. Auch handwerkliche Probleme müssen gelöst werden. Der Vorteil der Gruppe besteht darin, dass jeder Teilnehmer eine andere Fähigkeit oder spezielles Wissen mitbringt. Gemeinsam gehen die Mitspieler der Sache auf den Grund. Über Kameras oder Mikrofone beaufsichtigt ein Spielleiter die Situation und greift ein, wenn die Lage aus dem Ruder läuft oder die Teilnehmer nicht mehr weiter wissen.

Wieso macht das Spaß?

Tja, darüber lässt sich trefflich streiten. Aber eines ist klar: Der Wunsch, dem Alltag zu entfliehen, ist so alt wie die Menschheit selbst. Wege, das zu schaffen, bietet die heutige Freizeitindustrie viele: Sei es beim Bungee-Jumping, beim Rafting oder beim Ballonfahren. Das Muster ist immer das gleiche: Durch die Ausschüttung von Stresshormonen ist anderer, realer Stress schnell vergessen. Allerdings erfordern die meisten dieser Attraktionen körperliche Fitness oder zumindest eine gewisse Portion Mut. Anders bei den Live-Escape-Games: Hier ist das Wichtigste, dass man sich gut konzentriert und mit den anderen Gruppenmitgliedern vernünftig und effizient kommuniziert: Einer stellt eine Hypothese auf, die anderen sagen offen und ehrlich, was sie davon halten. Und weiter geht’s im Spiel. Kreative Lösungen sind gefragt, hierarchische Muster lösen sich auf. Die Praktikantin kann durch geschicktes Taktieren schnell zur Spielführerin aufsteigen.

Wer hat damit angefangen?

Der Trend ist aus Japan zu uns rüber geschwappt, wo die Live-Escape Games 2007 zum ersten Mal aufkamen. Ihr Ursprung liegt wahrscheinlich in Computerspielen aus dem Adventure-Genre, in denen man sich aus einem Ort befreien muss. Experten sehen auch Ähnlichkeit mit Live-Rollenspielen, interaktivem Theater oder ganz klassisch, der Schnitzeljagd vom letzten Kindergeburtstag. Wo auch immer der Trend seinen Ursprung nimmt, das Verlockende ist, sich auf Abenteuer zu begeben und gleichzeitig zu wissen, dass einem nichts, aber auch rein gar nichts passieren kann. Life-Escape-Games sind sozusagen ein „gepampertes“ Abenteuer für erwachsene Kinder im 21.Jahrhundert.

Wo kann ich das ausprobieren?

In Deutschland gab es die ersten Life Escape Games in Form eines künstlerischen Experiments der Theatergruppe machina eX, die damit auf verschiedenen Theaterfestivals auftrat. 2013 erkannte ein Anbieter aus München den Business-Faktor hinter Life-Escape-Games und eröffnete eine Spielstätte. Mittlerweile gibt es 208 Anbieter über ganz Deutschland verteilt (Stand Februar 2017), darunter in Berlin (19 Anbieter), in Hamburg (13 Anbieter) und in Köln (9 Anbieter). Auffällig ist, dass Live-Escape-Games vor allem in großen Städten boomen. Die Tendenz zum Eskapismus, dem Drang, der Wirklichkeit zu entfliehen, muss dort sehr groß sein.

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