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Zum Gähnen: Frühjahrsmüdigkeit

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Die Frühjahrsmüdigkeit ist keine Krankheit

In Deutschland leiden schätzungsweise etwa 50-70% der Bevölkerung an Frühjahrsmüdigkeit. Diese tritt vor allem in den Monaten März und April auf. Doch kein Grund zur Sorge: Es handelt sich nicht um eine Krankheit, sondern lediglich um ein körperliches Phänomen, das in Ländern mit stark ausgeprägtem Wechsel der Jahreszeiten auftritt. Die wärmeren Temperaturen im Frühling bewirken, dass auch unsere Körpertemperatur leicht ansteigt, die Blutgefäße weiten sich und unser Blutdruck sinkt. Wir fühlen uns schlapp und müde, zum Teil gereizt und haben Kopfschmerzen. Manchmal führt der Wetterumschwung auch zu Schwindel oder Gliederschmerzen. Vor allem bei Frauen und älteren Personen, bei denen der Blutdruck ohnehin etwas niedriger ist, treten die Symptome vermehrt auf.

Kampf der Hormone: Serotonin gegen Melatonin

Der Hormonhaushalt hat ebenfalls einen großen Einfluss auf unser Schlafbedürfnis im Frühjahr. Im Winter produziert unser Körper vermehrt das Schlafhormon Melatonin. Der Melatoninspiegel im Blut ist deswegen zu Beginn des Frühjahrs relativ hoch. Die wärmeren Temperaturen und die Sonneneinstrahlung bewirken nun, dass sich der Hormonhaushalt wieder umstellt und vermehrt den hormonellen Gegenspieler, das Gute-Laune-Hormon Serotonin, ausschüttet. Diese Umstellung belastet unseren Körper stark und führt zu einem Gefühlschaos.

Das kann helfen

Zu Zeiten des Dichters Eduard Mörike im 19.Jhd. könnte die einseitige Ernährung im Winter dazu beigetragen haben, dass der Körper zusätzlich an Frühjahrsmüdigkeit litt. Diese Begründung können wir heute allerdings nicht mehr gelten lassen, denn frisches Obst und Gemüse gibt es bei uns ja auch im Winter zu kaufen. Also: Keine falsche Müdigkeit vortäuschen, sondern die Gemüse- und Obstauslage im Supermarkt plündern! Wenn die gemeine Müdigkeit trotzdem zuschlägt, hilft nur, sie aktiv zu bekämpfen. Am besten ist es, sich viel im Freien zu bewegen und Sonnenlicht zu tanken – und zwar ohne Sonnenbrille. Nur so kann das UV-Licht direkt auf die Netzhaut des Auges treffen und die Serotoninproduktion ankurbeln. Und selbst wenn die Sonne mal nicht scheint, sollte man rausgehen: Denn auch normales Tageslicht reicht aus, um Serotonin zu bilden. Und wer partout nicht vor die Türe treten kann oder will, der sollte zumindest sein Fenster weit öffnen und möglichst viel frische Luft reinlassen. Der Sauerstoff regt das Gehirn an und vertreibt die Müdigkeit. Eine weitere Sofortmaßnahme ist ein kurzer Mittagsschlaf, aber bitte auf keinen Fall länger als 30 Minuten, eher ein neumodischer Power-Nap, sonst tritt das Schlafhormon Melatonin wieder auf den Plan.
Ein durchaus erfolgsversprechender, wenn auch etwas arbeitsaufwändigerer Tipp ist es, seinen Körper langfristig, also das ganze Jahr über, an Temperaturschwankungen zu gewöhnen. Dafür eignen sich die Kneipp-Methode, Saunagänge und wechselwarme Duschen hervorragend.
 

Dauer der Frühjahrsmüdigkeit

Die gute Nachricht ist: Normalerweise dauert die Frühjahrsmüdigkeit nicht lange an. Nach etwa zwei bis vier Wochen ist der Spuk vorbei. Treten die Symptome jedoch länger auf, sollte der Betroffene einen Arzt aufsuchen. In seltenen Fällen stecken auch Depressionen oder eine Schilddrüsenunterfunktion hinter der Müdigkeit.

 

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