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Sieben Gründe, warum Frauen im Alter weniger Geld haben

Der „Gender Pension Gap“ ist immens und Frauen sind deutlich mehr von Altersarmut bedroht. Das sind die sieben wichtigsten Gründe, warum Frauen weniger Altersvorsorge haben als Männer.

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Die Rentenlücke zwischen Mann und Frau ist ein weltweites Phänomen und sie ist gravierend. In Europa beträgt die Differenz durchschnittlich 39 Prozent. In der Schweiz liegt sie bei 37 Prozent, in Frankreich bei 39 Prozent und in Deutschland gar bei
47 Prozent. Die Folgen sind einschneidend: Niedrige Renten gefährden das selbstbestimmte Leben vieler Frauen und führen immer öfter zu Altersarmut. Allein in Deutschland lebt heute bereits jede zehnte Rentnerin in Armut und laut einer Umfrage von Swiss Life Deutschland befürchtet mehr als die Hälfte aller Frauen, dereinst im Alter in Armut leben zu müssen. Die Rentenlücke ist ein Spiegel der Erwerbsbiografie. Aber nicht nur. Diese sieben Faktoren tragen wesentlich dazu bei:

1. Sie leben länger
Frauen leben deutlich länger als Männer. In den Industrieländern beträgt ihre Lebenserwartung 82 Jahre, jene der Männer nur 76 Jahre. Damit erhalten Frauen nicht nur sechs Jahre länger Bezüge aus der gesetzlichen Rentenversicherung, sondern müssen auch eventuelle Versorgungslücken sechs Jahre länger mit privaten Vorsorgemitteln ausgleichen. In der Schweiz und in Deutschland übertrifft die Restlebenserwartung der Frauen mit 65 jene der Männer um 3 Jahre, in Frankreich um 4,5 Jahre.

2. Sie gehen früher in Rente
Obwohl Frauen deutlich länger leben als Männer, haben sie in einigen europäischen Ländern ein tieferes gesetzliches Pensionierungsalter. Dadurch zahlen sie nicht nur weniger lang in die Altersvorsorge ein, sondern es verlängert sich zusätzlich auch die Dauer, in der Frauen von der Rente und den Ersparnissen leben müssen. In Polen und Österreich etwa gehen Frauen 5 Jahre früher in Pension (Rentenalter Frauen 60 / Männer 65), in Großbritannien 2,5 Jahre (Frauen 62,5 / Männer 65) und in der Schweiz ein Jahr (Frauen 64 / Männer 65).

3. Sie sind häufiger nicht berufstätig
Frauen sind häufiger gar nicht berufstätig als Männer. Weltweit arbeiten im Durchschnitt nur die Hälfte der Frauen, aber acht von zehn Männer. In der EU-28 liegt die Erwerbsquote der Frauen bei 65,3 Prozent (Männer: 76,9 Prozent). In der Schweiz beträgt sie
60,7 Prozent, in Frankreich 66,8 Prozent, in Deutschland 74,5 Prozent. Da in den meisten westeuropäischen Ländern ein erheblicher Teil der Rentenansprüche auf der beruflichen Tätigkeit fußt, senkt die niedere Erwerbsbeteiligung die Altersvorsorge der Frauen massiv.

4. Sie arbeiten mehr Teilzeit
Frauen arbeiten wesentlich häufiger Teilzeit als Männer. In der EU sind es rund ein Drittel der berufstätigen Frauen, aber nur 8 Prozent der berufstätigen Männer. Besonders hoch ist der Anteil bei den Müttern, die in den meisten Familien die Haus- und Kinderarbeit übernehmen. In Frankreich arbeiten rund ein Drittel (36 Prozent), in Deutschland mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der berufstätigen Mütter Teilzeit. In der Schweiz sind es gar
80 Prozent, die Hälfte davon hat weniger als ein 50-Prozent-Pensum. Dies trägt erheblich zum Fortbestand des Lohn- und Rentengefälles bei. Frauen in Teilzeitjobs haben oft weniger Aufstiegschancen und besonders niedrige Stundenlöhne. Kleine Löhne werden – besonders in der Schweiz – unterdurchschnittlich altersversichert.

5. Sie haben häufig Minijobs
Immer mehr Menschen arbeiten in der sogenannten Gig-Economy oder in Minijobs. In Deutschland waren 2015 schon über 5 Millionen Menschen in „450-Euro-Jobs“ tätig, fast zwei Drittel davon waren Frauen. Der Vorteil: Wenige Arbeitsstunden pro Woche bei gleichzeitiger Flexibilität, mit der weiterhin Kinderbetreuung oder die Pflege von Angehörigen zu bewältigen sind. Mit Blick auf die Renten sind Minijobs und kleine Aufträge („Gigs“) jedoch ein erhebliches Risiko. Da sie teilweise nicht sozialversicherungspflichtig sind, gefährden sie ein materiell abgesichertes Alter.

6. Sie verdienen weniger
Frauen verdienen weniger als Männer. Der sogenannte Gender Pay Gap (Lohnlücke) beträgt in der EU durchschnittlich 16,3 Prozent (F: 15 Prozent, CH: 18 Prozent,
DE: 22 Prozent). Die Verdienstunterschiede haben zum Teil strukturelle Ursachen wie Unterbrechungen im Erwerbsleben, die Teilzeitquote oder geschlechtsspezifische Vorlieben bei der Berufswahl. Zusätzlich erhalten Frauen teilweise tiefere Löhne bei gleicher Qualifikation. Was auch immer die Ursachen sind: Ein geringeres Einkommen bedeutet weniger Rente und eine tiefere Sparquote.

7. Sie haben geringeres Finanzwissen
Frauen verfügen über ein deutlich geringeres Finanzwissen als Männer – und das weltweit und unabhängig vom Alter der Frauen. Dies zeigen diverse Studien des National Bureau of Economic Research. Frauen sorgten aus diesem Grund auch weniger fürs Alter vor als Männer. Bei verheirateten Paaren läuft die Altersvorsorge zudem häufig über den Mann und erst bei einer Scheidung wird vielen Frauen bewusst, dass ihre Vorsorge nicht reicht.

Gender Pension Gap: Was ist zu tun?

Der „Gender Pension Gap“ ist kein Naturgesetz. Es gibt nachhaltige und innovative Lösungsansätze, um diesen zu verkleinern. Dazu braucht es aktivere Unternehmen, einen Mentalitätswandel in der Gesellschaft und auch mehr Eigeninitiative seitens der Frauen. 

 

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