Gemeinsame Sache

Teilen ist das neue Besitzen. Längst geht es dabei nicht mehr nur um Autos oder Fahrräder. Sogar Kleingärten, Schmuck und Campingwagen lassen sich auf Zeit nutzen. Ein Überblick.

Laut einer Studie von pwc haben 2017 fast 40 % der Deutschen Sharing-Angebote genutzt. Vor allem Großstädter teilen wie selbstverständlich Autos, Fahrräder oder Motorroller. Unternehmen verleihen Waschmaschinen und Fernseher auf Zeit, um sie nach Rückgabe dem nächsten Kunden zur Verfügung zu stellen. Künftig wird das Sharing-Prinzip wohl noch weitere Kreise ziehen. Fünf originelle Konzepte, bei denen man gemeinsame Sache machen kann. 

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Kleiderwechsel

Einen Smoking für einen Abend oder einen Skianzug für den Urlaub ausleihen, das geht schon länger. Thekla Wilkening und Pola Fendel wollten aber ein Angebot entwickeln, mit dem man sich auch Alltagskleidung ausleihen kann. Herausgekommen ist Kleiderei, eine Online-Plattform mit Abomodell: Mitglieder zahlen 49 Euro im Monat und bekommen dafür vier Kleidungsstücke zugeschickt. Nach vier Wochen können sie das Paket zurückschicken oder die Kleidungsstücke länger behalten, wenn sie ihnen gefallen. Stylisten stellen die Pakte für jeden Kunden individuell zusammen. Sie orientieren sich an Online-Wunschlisten auf der Website. Die Gründerinnen wollen die Plattform so weiterentwickeln, dass sich Mitglieder auch untereinander Mode leihen können.

www.kleiderei.com

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Wachstumsbranche

Dass es sinnvoll ist, Kinderkleidung zu mieten statt zu kaufen, erschließt sich jedem. So schnell wie die Kleinen aus Stramplern, Jacken oder Schuhen herauswachsen, können Eltern kaum nachkaufen. Auf der Website Kilenda können auch Spielzeug, Umstandsmode und Ausstattung fürs Kinderzimmer geliehen werden. Die Mindestmietdauer beträgt einen Monat, danach kann das Produkt jederzeit zurückgeschickt werden. Am günstigsten ist Kleidung, Spielzeug kann auch schon mal 20 Euro pro Monat kosten. Schäden an der Holzeisenbahn oder Flecken auf der Jacke sind versichert.

www.kilenda.de

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Gemeinschaftsbeet

Obst ernten, an lauen Sommerabenden im Freien grillen und Giersch zupfend meditieren: Kleingärten sind bei vielen Großstädtern wieder angesagt. Wer sich nach Entspannung im Grünen sehnt, aber zu viel Arbeit und Verantwortung scheut, kann sich auf der Website Datschlandia anmelden. Als „Saison-Gärtner“ darf man meist einen Sommer lang für einen Tag in der Woche den Garten eines Laubenpiepers allein nutzen. Und dabei etwas Rasenmähen, Unkraut jäten oder Büsche schneiden. Das erleichtert dem Pächter die Arbeit und hält für die Aushilfsgärtner die Verpflichtungen überschaubar. Die Plattform ist für beide Seiten kostenlos. Ein ähnliches Angebot gibt es auch für Felder (www.ackerhelden.de)

www.datschlandia.de

Ringtausch

Die Sharing-Plattform Huu Silver will Glamour mit sozialem Engagement verbinden. Wer sich auf der Website Kette, Ohrringe oder Armreifen für zwei Wochen ausleiht, spendet gleichzeitig für den guten Zweck. Vier Projekte stehen zur Auswahl. Die Kunden entscheiden, wohin mindestens fünf Prozent vom Einkaufswert gehen sollen. Ausgeliehen wird der Schmuck als Abo mit drei unterschiedlichen Leihtarifen. Je nach Wert des Schmuckstücks wird die Ausleihe teurer.

www.huu-silver.de

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Campen auf Zeit

Wohnwagen oder Reisemobile werden von ihren Besitzern meist nur wenige Wochen im Jahr genutzt. Die restliche Zeit des Jahres stehen sie in der Garage oder an der Straße. Über die Website Paul Camper können Besitzer von Wohnwagen, Wohnmobilen und Bullis ihre Fahrzeuge vermieten. Sie stellen ein Kurzprofil ihres Angebots auf die Seite, mit Fotos, Standort, Ausstattung und Preis. Die Website bringt beide Seiten zusammen.

www.paulcamper.de

Bildnachweise (von oben nach unten): istockphoto.com/kupicoo (Headerbild), www.kleiderei.com, www.kilenda.de, istockphoto/monkeybusinessimages, www.paulcamper.de

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