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Betriebliche Altersvorsorge – was sich zum Jahreswechsel geändert hat

In Zeiten niedriger Zinsen bilden Zuschüsse von Staat und Arbeitgeber einen besonders wichtigen Beitrag für die Altersvorsorge. Jetzt sind die Konditionen der betrieblichen Altersvorsorge attraktiver geworden – für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Drei von fünf Arbeitnehmern in Deutschland haben eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) abgeschlossen – insgesamt fast 18 Millionen Beschäftigte*. Vor allem große Unternehmen unterstützen Arbeitnehmer in der sogenannten zweiten Schicht der Altersvorsorge, die sich zwischen die staatlich geförderte Rente (erste Schicht) und die private Vorsorge (dritte Schicht) fügt.

Häufig schließt der Betrieb für den Mitarbeiter im Rahmen der sogenannten Entgeltumwandlung einen Vertrag bei einem Versicherungsunternehmen ab. Die Beiträge für diese Direktversicherung fließen aus dem Bruttogehalt, Steuern und Sozialabgaben werden erst im Rentenalter fällig. Zusätzlich können Mitarbeiter von Gruppenrabatten profitieren, die der Arbeitgeber ausgehandelt hat. Unternehmen können ihrerseits Sozialabgaben auf den Versicherungsbeitrag (rund 20 Prozent) sparen – oder das Geld zusätzlich in den Vertrag einzahlen, sodass es dem Arbeitnehmer zugutekommen kann.

Zum Jahreswechsel haben sich die Voraussetzungen für die bAV verändert. Davon können sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber profitieren:

Änderungen für Arbeitnehmer

Der Staat fördert die betriebliche Altersvorsorge. Auf Einzahlungen bis zu einer Höhe von vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) werden weder Steuern noch Sozialversicherungsbeiträge fällig. Weitere vier Prozent lassen sich seit dem 01. Januar 2018 zudem steuerfrei einzahlen. In den alten Bundesländern ist die BBG zum Jahreswechsel von 2017 auf 2018 auf 6.500 Euro pro Monat angehoben worden (2017: 6.350 Euro) in den neuen Bundesländern auf 5.800 Euro (2017: 5.700 Euro). Die Erhöhung gilt sowohl für neue als auch für bestehende Verträge bei Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds. Vor allem Geringverdienern kann die Regelung zugutekommen, nach der Betriebsrenten bis etwa 200 Euro im Monat während der Auszahlungsphase künftig nicht mehr auf die Grundsicherung angerechnet werden. 

Änderungen für Arbeitgeber

Damit auch kleine Unternehmen die Betriebsrente als attraktives Instrument zur Mitarbeiterbindung stärker nutzen, besteht neuerdings die Möglichkeit, Verträge anzubieten, bei denen sie die Höhe der Rentenzahlungen nicht garantieren müssen. Sie sind lediglich dazu verpflichtet, regelmäßig Beiträge einzubezahlen. Geregelt wird die Beitragszusage des sogenannten Sozialpartnermodells über den für die Branche gültigen Tarifvertrag. Ein Arbeitgeberzuschuss von aktuell 15 Prozent auf den Sparbeitrag ist bei diesen Verträgen Pflicht. Bei allen übrigen Modellen mit Entgeltumwandlung fällt dieser Beitrag verpflichtend ab 2019 an.

Seit 01. Januar 2018 können Unternehmen Mitarbeiter mit einem Monatseinkommen bis 2.200 Euro gezielt fördern. Steuert der Chef einen Zuschuss von 240 bis 480 Euro im Jahr zur betrieblichen Altersvorsorge der Mitarbeiter bei, kann das Unternehmen aktuell 30 Prozent der beigesteuerten Summe steuerlich geltend machen.

Haben Sie Fragen zu Ihrer betrieblichen Altersvorsorge? Für einen individuellen und unverbindlichen Beratungstermin nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf. 

original

* Quelle: Alterssicherungsbericht 2016 des BMAS

Fotonachweis: jacoblund/iStock/Thinkstock
Fotonachweis Infografik: Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Alterssicherungsbericht 2016, Stand: 2015, Grafik by MADSACK Medienagentur

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