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Digitale Medien für mehr Lebensqualität im Alter

Digitale Medien und Dienstleistungen sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken – ob man sich mit dem Smartphone durch die Stadt navigieren lässt oder über das Tablet am Frühstückstisch die Nachrichten durchstöbert. Doch wie sieht das bei der Generation 60 plus aus?

Laut einer ARD/ZDF-Onlinestudie1 entspricht der Anteil der Internetnutzer in Deutschland mittlerweile 90 Prozent. Stärkste Wachstumsgruppe im Vergleich zum Vorjahr ist die Altersklasse der Senioren ab 60 Jahren, gleichzeitig bildet sie die einzige Gruppe mit einem Steigerungspotenzial, da bei der restlichen  Bevölkerung bereits eine Sättigung erreicht ist.

Internetnutzung nach Altersgruppen in Deutschalnd bis 2017

Über 60-Jährige begegnen den digitalen Medien mit sehr unterschiedlichen Gefühlen. 53 Prozent sind der Ansicht, dass die Vorteile des Internets gegenüber den Risiken überwiegen.2 Für die anderen stellt die Nutzung digitaler Medien jedoch nach wie vor eine große Hürde dar. Gründe hierfür sind beispielsweise Bedenken hinsichtlich Internetkriminalität und Datenschutz. Ältere Menschen scheuen insbesondere die Nutzung von Anwendungen, bei denen die Eingabe persönlicher Daten erforderlich ist.3 Als weiterer Grund wird das Fehlen technischer Kenntnisse genannt. Viele Senioren fühlen sich mit den modernen Geräten überfordert oder erkennen den Nutzen digitaler Medien nicht. Doch der Nutzen wird dann deutlich, wenn Digitalisierung für Erleichterungen im Alltag älterer Menschen sorgt.

Alte Hände auf Tastatur eines Laptops

Online aktive Senioren nutzen digitale Medien in erster Linie für das Versenden von E-Mails sowie die Informationsbeschaffung hinsichtlich Waren, Dienstleistungen oder Gesundheitsfragen. Entlastung verschafft ihnen beispielsweise die Möglichkeit, Lieferservices von Supermarktketten zu beauftragen oder Überweisungen über Online-Banking abzuwickeln. Soziale Netzwerke, wie beispielsweise Facebook, nutzen sie noch zurückhaltend.4 Kommen jedoch Kinder und Enkelkinder ins Spiel, die eventuell sogar weiter entfernt wohnen, begrüßen sie die neue Kommunikationsmöglichkeit.5 Mit der zunehmenden Zahl der über 60-jährigen Smartphone-Besitzer steigt zudem die Nutzung von Messaging-Diensten wie WhatsApp oder Skype.6 Spezielle Smartphones für Senioren ermöglichen bei Unsicherheit eine einfachere und übersichtlichere Bedienoberfläche. GPS-Ortung und Notfallfunktion bieten darüber hinaus Sicherheit für unterwegs. 

Können digitale Medien also für mehr Einfachheit und auch Selbstbestimmtheit sorgen? Den sich damit erschließenden Möglichkeiten nach zu urteilen: ja. Ermutigen Sie daher gerne Angehörige, sich einer Nutzung zu öffnen. In vielen Städten werden beispielsweise an den Volkshochschulen PC- und Internetkurse angeboten, um die nötigen technischen Kenntnisse zu vermitteln. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik klärt darüber hinaus regelmäßig über Schutzmaßnahmen zu aktuellen Risiken und Gefahren im Netz auf. 

© Fotos: Zinkevych und shironosov/ Kollektion iStock/ Thinkstock  
Grafik: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36149/umfrage/anteil-der-internetnutzer-in-deutschland-nach-altersgruppen-seit-1997/ Statista 2017, aufgerufen am 20.11.2017 

1http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/onlinenutzung/internetnutzer/in-prozent/, Veröffentlichungsdatum Oktober 2017, aufgerufen am 30.10.2017.
2https://www.divsi.de/wp-content/uploads/2016/10/DIVSI-UE60-Studie.pdf, Seite 18, aufgerufen am 01.11.2017.
3https://www.telefonica.de/file/public/1016/2017-Digital-mobil-im-Alter-So-nutzen-Senioren-das-Internet-Zentrale-Befunde-einer-Studie.pdf, Seite 36, aufgerufen am 01.11.2017.
4https://de.statista.com/infografik/9002/alte-menschen-im-internet/, Stand 2015, aufgerufen am 30.10.2017.
5https://www.telefonica.de/file/public/1016/2017-Digital-mobil-im-Alter-So-nutzen-Senioren-das-Internet-Zentrale-Befunde-einer-Studie.pdf, Seite 21/22, aufgerufen am 30.10.2017.
6https://www.divsi.de/wp-content/uploads/2016/10/DIVSI-UE60-Studie.pdf, Seite 19, aufgerufen am 01.11.2017.

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