Studenten: Clever absichern, preiswert vorsorgen

In diesen Tagen beginnt das Wintersemester 2017/2018. Hunderttausende junge Menschen strömen an die Universitäten und Hochschulen, um sich weiterzubilden.

Eine Umfrage von Swiss Life Select zeigt: Die meisten Studenten arbeiten zwar an ihrem beruflichen Aufstieg. Die Zukunftsvorsorge vernachlässigen sie jedoch, vor allem wenn es um die Themen Berufsunfähigkeit, Altersvorsorge und Vermögensaufbau geht. Dabei können die angehenden Akademiker bereits für geringe Beiträge einen wirkungsvollen Schutz aufbauen. Hier eine Checkliste: 

Berufsunfähigkeit (BU)

Auf eine BU-Police sollte niemand verzichten. Der Schutz ist unabdingbar, weil jeder vierte Arbeitnehmer im Laufe seines Arbeitslebens berufsunfähig wird. Vorteil für Studenten: Sie werden in besonders günstige Tarifgruppen eingestuft und erhalten zudem Starter-Konditionen. So kommt ein 22-jähriger Ingenieursanwärter bereits ab 12 Euro monatlich in den Genuss einer BU-Rente von 1.000 Euro. Steigen Studenten erst viel später ein, fallen während der Vertragslaufzeit deutlich höhere Beiträge an. Außerdem kann eine ungünstig verlaufende Gesundheitsprüfung in höherem Alter schlimmstenfalls verhindern, einen akzeptablen BU-Vertrag zu erhalten.

Zusatztipp: Wird später gut verdient, lässt sich die Police aufstocken. Eine erneute Gesundheitsprüfung verlangen gute Versicherer dann nicht mehr. Niemals jedoch sollte eine Vorerkrankung verschwiegen werden, auch wenn sie lange zurückliegt. Versicherungen haben im Schadensfall Zugriff auf sämtliche Krankenakten. Studenten sollten daher z.B. darauf verzichten, sich ohne echten Grund ein ärztliches Attest wegen vermeintlicher Stresszustände oder Ähnlichem zu besorgen. 

Krankenversicherung

Viele Studenten dürften über die gesetzliche Krankenversicherung der Eltern mitversichert sein. Mit dem 25. Lebensjahr endet dieses Privileg. Studierende werden von ihrer Krankenkasse angeschrieben und müssen dann selbst vorsorgen. Dafür fallen Beiträge von derzeit rund 90 Euro an, um die niemand herumkommt – es sein denn, man ist über die Eltern privat versichert, dann ist aber der Beitrag zur privaten Krankenversicherung zu bezahlen. Fraglich ist jedoch, ob der gesetzliche Krankenversicherungsschutz ausreicht. Hier helfen Zusatzversicherungen, die Leistungslücken schließen. Studenten können sich das Recht auf eine individuelle Arztwahl im Krankenhaus oder die Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer sichern. Dieser Schutz kostet nur wenige Euro monatlich. Auch die Anwartschaftsversicherung für einen Vertrag in der privaten Krankenversicherung (PKV) kann sich für angehende Besserverdiener auszahlen. Die erforderliche Gesundheitsprüfung wird dann gleich bei Antragstellung für die der Anwartschaft erledigt – und nicht zehn oder zwanzig Jahre später, wenn bereits eine gesundheitliche Beeinträchtigung vorliegen kann

Zusatztipp: Wer ein Auslandssemester einlegt, sollte sich (unabhängig davon, ob eine gesetzliche oder eine private Krankenversicherung vorliegt) unbedingt beraten lassen und einen auf sein Zielland zugeschnittenes Schutzpaket abschließen. Die gängigen Auslandsreisekrankenversicherungen sind auf Touristen zugeschnitten und damit keine ausreichende Absicherung bei einem Auslandssemester. Studenten sollten bedenken, dass eine private Krankenhausbehandlung in den finanziellen Ruin führen kann, insbesondere wenn sie in Ländern stattfindet, in denen die Behandlung sehr teuer ist, wie  beispielsweise in den USA.

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Vermögensaufbau / Altersvorsorge

Studenten sollten Monat für Monat ein paar Euro zurücklegen und so das Sparen fürs Alter verinnerlichen. Wer frühzeitig eine fondsgebundene Rentenversicherung abschließt, profitiert von der Kraft des Zinseszinseffekts und sichert sich eine lebenslange gute Rente. Ein weiterer finanzieller Vorteil: Frühstarter bekommen bessere Rechnungsgrundlagen als diejenigen, die später  anfangen. Hinzu kommen Steuervorteile: Wird beispielsweise eine Basisrente mit BU-Zusatz als sogenannte Rürup-Rente abgeschlossen, könnten die gesamten Beiträge (inkl. der BU) von der Steuer abgesetzt werden, sobald Einkommen fließen.

Zusatztipp: Studenten mit Nebenjobs beteiligen die öffentliche Hand am eigenen Vermögensaufbau. Vereinbaren Sie eine Riester-Rente, belohnt dies der Staat ab 2018 mit einer jährlichen Grundzulage von 175 Euro. Außerdem gibt es einen Einmalbonus von 200 Euro, wenn man vor dem 25. Geburtstag startet. Studenten mit Kindern erhalten noch weitaus höhere Zuschüsse. Um von der Riester-Förderung zu profitieren, reicht im besten Fall bereits ein eigener Sparbeitrag von fünf Euro monatlich aus. 

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Privathaftpflicht- und Hausratversicherung

Bei beiden Versicherungstypen gilt die Faustformel: Erstmal prüfen, ob eine Absicherung über die Eltern besteht. So lässt sich viel Geld sparen, das in einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder in der Altersvorsorge besser aufgehoben wäre. Besteht noch kein Schutz, ist es oft möglich, ein kostengünstiges Upgrade der Privathaftpflicht der Eltern vorzunehmen, statt eine eigene Versicherung abzuschließen. Generell gilt: Teure Rundum-Sorglospakete vermeiden und dafür nur Schäden absichern, die einen tatsächlich treffen können oder finanziell aus der Bahn werfen. Das teure Handy der Freundin zum Beispiel oder das kostenintensive Fahrrad. Wer in eine Wohngemeinschaft zieht, sollte prüfen, ob der Hausratversicherer derartige Risiken absichert, damit es hinterher kein böses Erwachen im Schadenfall gibt. Der Zusatzbaustein Elementarschadenversicherung ist übrigens im Zuge der Auswirkungen des Klimawandels auch bei Studenten in einer Hausratversicherung immer beliebter geworden.

Zusatztipp: Wer über seine Eltern versichert ist und einen Auslandsaufenthalt anvisiert, der sich über einen längeren Zeitraum als ein normaler Urlaub erstreckt, sollte prüfen,  ob über die Haftpflicht- und Hausratpolice Schutz im Ausland besteht. Gerade in Ländern wie den USA kann einem selbst ein kleines Malheur teuer zu stehen kommen.

Unfallversicherung

Wenn Studenten nicht über die Eltern abgesichert sind, dann sollte die eigene Police (Grundschutz ab fünf Euro) folgende Kriterien erfüllen: Gute Gliedertaxe, Steigerung des Progressionsverlaufs ab einer Invalidität von 26 Prozent und die Möglichkeit, mit wachsendem Geldbeutel, den Schutzumfang zu erhöhen.

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Kfz-Versicherung

Gute Finanzberater kennen viele Tipps und Tricks, wie man die Kfz-Versicherung von Familienmitgliedern übernehmen kann. Studenten und ihre Eltern lassen sich hier am besten beraten.

Zusatztipp: Der Trend bei Fahranfängern geht in Richtung Telematik. Wer sein Fahrverhalten mittels eines Telematik-Kits oder einer Smartphone-App transparent macht, kann abhängig vom Fahrstil bis zu 30 Prozent seiner Prämie sparen.

Frühzeitig vorzusorgen zahlt sich also aus. Doch welche Versicherer haben die attraktivsten Verträge in der Schublade? Studenten sollten bei ihren Recherchen einen ungebundenen Berater hinzuziehen. Dieser kennt die Angebote zahlreicher Unternehmen und kann Vergleiche durchrechnen. Gute Berater sprechen anbieterunabhängige Empfehlungen aus, die dem individuellen Bedarf und dem Geldbeutel der Ratsuchenden bestmöglich entsprechen. 

Fotos: © Thinkstock

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