Andererseits kann durch die Untersuchung belegt werden, dass die Generation der heute 17- bis 27-Jährigen eine leistungsorientierte Generation ist, die sich von pragmatischem Optimismus leiten lässt. Extrem mobil und flexibel, bleibt in ihrem Weltbild zusätzlich noch Raum für Gemeinsinn, Hilfsbereitschaft und gesellschaftliche Verantwortung. Diese, so bestätigen die Befragungsergebnisse, erwartet sie allerdings auch von der Politik. Selbst bereit, eigenes Geld in die Altersvorsorge zu investieren, hofft sie, dass der Staat auch künftig eine sozial ausgleichende Rolle spielen wird.
Der Blick der Jugend auf die Eigenvorsorge ist zum einen eher notwendigkeits- als chancenmotiviert, zum anderen von starken sozialen Spaltungen geprägt. "Die Befürchtung ist verbreitet", so Hurrelmann, "im Alter nur eine Mindestversorgung zu erhalten, ganz besonders bei jungen Frauen und in der einfachen Schicht."
Auch Berechnungen des Versorgungswerks MetallRente bestätigen dieses Ergebnis: "Viel zu wenige Jugendliche sorgen vor ", so Karch. "Noch weniger dynamisieren ihre Beiträge in angemessener Höhe. Die Beiträge, die eingezahlt werden, sind zu niedrig. Wenn die Beteiligung nicht erheblich beschleunigt wird, ist die Entwicklung in Deutschland absehbar: Statt ausreichender Alters-Vorsorge droht der Jugend eine Vorsorge-Illusion."
Als gravierend bewertete Hurrelmann auch die Diskrepanz zwischen vermeintlichem und faktischem Wissen über Fragen der Altersversorgung. Etwas mehr als die Hälfte der Jugendlichen schreibe sich gute bis sehr gute Kenntnisse in Finanzfragen zu. Ernüchternd seien allerdings die tatsächlich festgestellten Kenntnisse. "Nicht einmal die Hälfte der Jugendlichen, die bereits eine betriebliche Altersvorsorge haben, trauen sich zum Beispiel zu, diesen Begriff
auch zu erklären."