Häufige Fragen

Die Entgeltumwandlung im Detail

Warum verzichten immer noch gut ein Drittel aller Berechtigten auf die Vorteile einer betrieblichen Altersversorgung? Vermutlich halten viele Arbeitnehmer eine Betriebsrente für eine freiwillige Leistung ihres Chefs. Oder sie fürchten, dass sie ihren Vertrag nicht fortführen können, wenn sie in ein anderes Unternehmen wechseln.

Damit Missverständnisse gar nicht erst aufkommen:

Haben Arbeitnehmer ein Recht auf Entgeltumwandlung?

Ja! Seit Januar 2002 müssen Arbeitgeber ihren Beschäftigten die Möglichkeit geben, einen Teil ihres Lohns oder Gehalts in eine betriebliche Altersvorsorge zu investieren. Dies bedeutet nicht, dass sie sich an der Finanzierung der Betriebsrente beteiligen müssen.

Die erweiterten Möglichkeiten der Arbeitnehmer werden durch eine Vorschrift geregelt, die zum 1. Januar 2002 in das Betriebsrentengesetz (Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung – BetrAVG) eingefügt wurde. Der entsprechende Passus ist in § 1a Abs. 1 BetrAG nachzulesen.

Doch aufgepasst: Eine Entgeltumwandlung können Mitarbeiter nur für Zahlungen im Rahmen des ersten Dienstverhältnisses durchführen, nicht aber für einen Nebenjob (Lohnsteuerkarte mit der Steuerklasse VI).

Muss sich der Chef an den Beiträgen beteiligen?

Nein. Der Arbeitnehmer kann zwar verlangen, dass ein Teil seiner künftigen Entgeltansprüche für seine betriebliche Altersversorgung verwendet wird. An der Finanzierung der Betriebsrente muss sich der Chef jedoch nicht beteiligen. Ausnahme: Die Tarifparteien haben einen Zuschuss ausdrücklich vorgesehen.

Wie viel Entgelt kann höchstens im Jahr umgewandelt werden?

Der Anspruch ist auf 4 % der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung West pro Jahr begrenzt. Im Jahr 2016 beträgt dieser Wert 74.400 Euro, somit können 2.976 Euro umgewandelt werden.

Zusätzlich können 1.800 Euro steuerfrei eingebracht werden, sofern der Arbeitgeber die Versorgungszusage ab dem 1. Januar 2005 erteilt hat und der Arbeitnehmer nicht die Pauschalbesteuerung im Rahmen des § 40b EStG für eine ältere, bis 2004 abgeschlossene Betriebsrente ausnutzt.

Was passiert, wenn der Arbeitnehmer den Job wechselt oder eine berufliche Pause einlegt?

Die Anwartschaften auf eine Betriebsrente, die durch Entgeltumwandlung finanziert wurden, sind sofort unverfallbar. Dies heißt: Auch bei einem Jobwechsel nach nur kurzer Einzahlungsdauer bleiben dem Arbeitnehmer die bis zum Ausscheiden erreichten Leistungen erhalten.

Scheidet der Mitarbeiter aus dem Unternehmen aus oder erhält er im bestehenden Arbeitsverhältnis – zum Beispiel während einer Elternzeit – keine Bezüge, kann er die Alterssicherung mit eigenen Beiträgen fortführen oder beitragsfrei stellen.

Oft ist auch die Fortführung beim neuen Arbeitgeber möglich.

Wie ist das Verhältnis von Tarifvertrag und Recht auf Entgeltumwandlung?

Das Recht auf Entgeltumwandlung ist dem Tarifvorrang untergeordnet. Dies bedeutet: Tariflohn darf nur dann umgewandelt werden, wenn der gültige Tarifvertrag dies ausdrücklich vorsieht. Ausnahme: Außertarifliche Sonderzahlungen sind von dieser Regelung nicht betroffen.

Über welchen bAV-Durchführungsweg wird die Entgeltumwandlung organisiert?

Wird bereits eine betriebliche Altersversorgung über eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds abgewickelt, können diese Wege auch für die Entgeltumwandlung genutzt werden. Falls der Arbeitgeber sich nicht auf einen Durchführungsweg festlegen will, muss er eine Direktversicherung anbieten.

Genau gesagt: Von den fünf Durchführungswegen in der betrieblichen Altersversorgung eignen sich drei für die Entgeltumwandlung: die Direktversicherung, die Pensionskasse und der Pensionsfonds. Unabhängig davon, ob sich der Arbeitgeber am Aufbau einer Betriebsrente finanziell beteiligt oder ob sein Arbeitnehmer allein die Beiträge für die Entgeltumwandlung erbringt, bestimmt der Chef den Durchführungsweg und wählt auch den Versicherer aus.

Hintergrund: Der Arbeitgeber haftet für die Erfüllung der von ihm gegebenen Zusage. Daher liegt die Entscheidung der Vorgehensweise einzig in seinem Ermessen.

Gibt es bei der Entgeltumwandlung auch fondsgebundene Varianten?

Ja. Wer will, kann bei der Entgeltumwandlung nicht nur Steuern und Sozialabgaben sparen, sondern auch auf die positive Entwicklung der Märkte setzen.