Basiswissen Entgeltumwandlung

Was alle Arbeitnehmer wissen sollten

Wie funktioniert eine Entgeltumwandlung?

  • Bei einer Entgeltumwandlung verzichtet der Arbeitnehmer auf einen Teil seines Bruttolohns bzw. Bruttogehalts, um dafür später eine Betriebsrente zu erhalten.

  • Der Arbeitnehmer zahlt so weniger Steuern und Sozialabgaben.
  • Der Arbeitgeber muss sich an der Finanzierung nicht beteiligen, es sei denn, im Tarifvertrag wurde dies ausdrücklich festgelegt.

  • Auch bei einem Jobwechsel, selbst nach nur kurzer Einzahlungsdauer, bleiben dem Arbeitnehmer die bis zum Ausscheiden erreichten Leistungen erhalten.

Wie viel Entgelt kann pro Jahr umgewandelt werden?

Die Höchstsumme steigt in der Regel jährlich an. Im Jahr 2016 können Arbeitnehmer für 2.976 Euro Steuern und Sozialabgaben sparen. Wer über keine weitere betriebliche Altersversorgung verfügt, kann sogar 1.800 Euro mehr, also insgesamt 4.776 Euro, umwandeln.

Vorteile für Arbeitnehmer:

Während der Berufstätigkeit können Arbeitnehmer Steuern und Sozialabgaben sparen.

Erhält ein Ruheständler dann seine Betriebsrente, muss er diese Einnahmen zwar ebenfalls versteuern. Da man jedoch in der Regel als Rentner über weniger zu versteuerndes Einkommen verfügt, lohnt sich diese sogenannte nachgelagerte Besteuerung in den meisten Fällen.

Die Entgeltumwandlung stellt keine Konkurrenz zu anderen Vorsorgelösungen dar.

Arbeitnehmer können beispielsweise zusätzlich die Förderung einer Riester-Rente nutzen.

Die Entgeltumwandlung ist eine lohnende Investition.

Rechenbeispiel: Ein Arbeitnehmer mit Steuerklasse I hat ein monatliches Bruttogehalt von 2.000 Euro. Er verwendet davon jeden Monat 200 Euro für die Entgeltumwandlung über eine Direktversicherung. Effektiv muss er für seine Altersvorsorge jedoch nur rund 108 Euro netto aufwenden.

Immer mehr Tarifverträge setzen auf Entgeltumwandlung.

Die Arbeitnehmer können so Teile ihres tarifvertraglichen Lohns oder Gehalts in eine Betriebsrente investieren. In vielen Tarifverträgen ist sogar vorgeschrieben, dass sich die Arbeitgeber an der Finanzierung beteiligen müssen.

Auch für Geringverdiener geeignet.

Sie können selbst festlegen, wie viel Geld Sie umwandeln wollen. Wenn Sie wenig verdienen, legen Sie die Beiträge entsprechend fest. Steigt Ihr Gehalt, können Sie auch Ihre Sparbeiträge erhöhen.

Alle Beiträge bleiben erhalten – auch bei Kündigung und Jobwechsel.

Bei einer Entgeltumwandlung ist Ihr Geld sicher.

Wie Sie Ihren Chef überzeugen, Ihnen einen Zuschuss zu geben

Arbeitgeber müssen sich zwar finanziell nicht an den Beiträgen zur Entgeltumwandlung beteiligen. Dennoch sollte sich jeder Chef überlegen, ob er seine Mitarbeiter nicht von der betrieblichen Altersvorsorge überzeugen sollte und dafür auch einen freiwilligen Zuschuss leisten möchte.

Denn eine Entgeltumwandlung ist für beide Seiten lukrativer als eine Erhöhung von (Brutto-)Lohn oder Gehalt: Der Arbeitgeber spart Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von rund 20 % des Arbeitnehmerbeitrags. Mit einem Zuschuss – z. B. in Höhe von 10 % des Umwandlungsbetrags – würde er die Hälfte seiner Ersparnis an seine Mitarbeiter weitergeben. Vor diesem Hintergrund ist ein Zuschuss vom Arbeitgeber nun doch fast zur Pflicht geworden.