Doping im Büro – Risiken und gesunde Alternativen

Rund drei Millionen Deutsche haben schon einmal Medikamente genutzt, um am Arbeitsplatz leistungsfähiger zu sein oder Stress abzubauen. Das sind alarmierende Zahlen aus dem aktuellen Gesundheitsreport „Update: Doping am Arbeitsplatz“ der Krankenkasse DAK.

Bis zu fünf Million Büro-Doper

Regelmäßig dopen sich laut der Studie etwa eine Million Berufstätige (1,9 Prozent), um ihre geistige Leistung zu steigern oder Ängste und Nervosität abzubauen. Doch die Dunkelziffer liegt höher: Die DAK geht von zwölf Prozent Dopern unter den Arbeitnehmern aus. Hochgerechnet auf die Bevölkerung hätten damit sogar fünf Millionen Erwerbstätige schon einmal Medikamente eingenommen, die für ganz andere Indikationen zugelassen sind, um mehr leisten zu können.

Mehr Leistung, weniger Stress

Auslöser für den Griff zur Pille sind meist Stress und Überlastung. Vier von zehn Dopern nehmen die Medikamente bei konkreten Anlässen wie anstehenden Präsentationen oder wichtigen Verhandlungen ein. Männer versuchen so vor allem, berufliche Ziele noch besser zu erreichen und wollen auch nach der Arbeit noch Energie für Freizeit und Privates haben. Frauen nehmen Medikamente, damit sie emotional stabiler sind oder Konflikte besser bewältigen. Ein gefährliches Spiel mit der Gesundheit, denn sie riskieren deutlich andere Wirkungen und Nebenwirkungen sowie gänzlich unbekannte Langzeitfolgen – etwa Herzrhythmusstörungen, Schlaflosigkeit, Verdauungsstörungen, Stimmungsschwankungen oder sogar Persönlichkeitsveränderungen.

Gründe fürs „Hirndoping“

Nach Ansicht von Experten sind zu hohe Ansprüche an die eigene Leistungsfähigkeit Kern des Problems. Statt zur Pille zu greifen, sei es daher in erster Linie wichtig zu erkennen, dass stressige Situationen am Arbeitsplatz nicht völlig vermeidbar sind. Eine wichtige Rolle spielen auch das Tätigkeitsniveau der Arbeit und die Beschäftigungssicherheit. Die Studie bilanziert: Je unsicherer der Arbeitsplatz und je einfacher die Arbeit, desto eher greifen Arbeitnehmer zu Dopingmitteln.

Richtige Ernährung und … Schlaf!

Dabei gibt es Alternativen zu Medikamenten, denn ein gesunder Lebensstil macht automatisch leistungsfähiger. Dazu gehören Sport, Meditation und eine ausgewogene Ernährung. So empfehlen Ernährungsexperten beispielsweise eine ausreichende Zufuhr von Omega-3-Fetten – etwa aus Seefisch oder Algen – und B-Vitaminen, um die Konzentration zu steigern. Letztere kommen in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln vor, wie Fisch, Leber, Milchprodukte, Brokkoli, Spinat und Grünkohl. Das beste Dopingmittel ist jedoch ganz kostenlos: Schlaf! Laut einer Studie der Stanford Universität steigert vermehrtes Schlafen (8,5 statt 7 Stunden) die Leistung deutlich.