Zeckenbisse – Die Infektionsklausel in der Unfallversicherung

Frühsommerzeit ist Zeckenzeit – Pünktlich zum Beginn der warmen Jahreszeit warnen Fachleute vor den Folgen von Zeckenbissen. Spätestens seit Beginn des Frühlings und der ersten warmen Tage sind Zecken wieder vermehrt aktiv und es ist damit erhöhte Vorsicht geboten.

Zecken können eine Vielzahl von gefährlichen Krankheiten übertragen, u.a. die Frühsommermeningitis, Zeckenenzephalitis (FSME) oder die Borreliose. Für manche dieser Erkrankungen gibt es wirksame Schutzimpfungen, für andere wiederum leider nicht. Ein Biss kann in Einzelfällen sogar eine schwere Infektion oder dauerhafte Folgen nach sich ziehen.

Was hat dies mit der Unfallversicherung zu tun?

Grundsätzlich handelt es sich bei aus einem Zeckenbiss resultierenden Erkrankungen nicht um einen klassischen Unfall sondern um Infektionskrankheiten. Moderne Unfallversicherungen haben aber mittlerweile ihren Versicherungsschutz erweitert und bieten somit auch Schutz für Infektionen (z.B. ausgelöst durch Zeckenbisse) und manche sogar auch für ungewollte Folgen einer Schutzimpfung.

Infektionsklausel in der Unfallversicherung: Darauf sollten Sie bei Ihrem Versicherungsschutz achten!

  1. Sind Infektionskrankheiten überhaupt versichert?
    Infektionskrankheiten sollten bei modernen und leistungsstarken Produktlösungen mitversichert sein.
  2. Wenn ja, welche Infektionskrankheiten sind versichert?
    Es sollten neben den Infektionserkrankungen Frühsommer-Meningitis, Zeckenenzephalitis (FSME), Borreliose und Brucellose auch Cholera, Diphtherie, Dreitagefieber, epidemischer Kinderlähmung (Poliomyolitis), Fleckfieber, Gelbfieber, Keuchhusten, Lepra, Malaria, Masern, Pest, Pocken, Scharlach, Schlaf- /Tsetse-Krankheit, Tularämie (Hasenpest), Typhus, Paratyphus und Windpocken versichert sein. Zusätzlich sollten besonders leistungsstarke Tarife auch Tollwut, Wundstarrkrampf und Wundinfektionen einschließen.
  3. Besteht der Versicherungsschutz uneingeschränkt ab sofort, oder gibt es eine zu berücksichtigende Wartezeit?
    Es könnten bis zu 3 Monate Wartezeit gelten. Je geringer die Wartezeiten desto besser ist der Versicherungsschutz für den Kunden. Es sollte zudem darauf geachtet werden, dass nicht nur während der beruflichen Tätigkeit (z.B. bei Heilberufen) Versicherungsschutz besteht, sondern dieser auch den Freizeitbereich umfasst.
  4. Muss im Leistungsfall eine Mindestinvalidität erfüllt sein?
    Es gibt Tarife die eine Mindestinvalidität voraussetzen (z.B. 20% Invalidität als Folge der Infektion). Wie bei den Wartezeiten gilt auch hier: Je geringer die Mindestinvalidität desto besser ist der Versicherungsschutz für den Kunden. Im Besten Fall verzichtet der Versicherer auf eine solche Regelung.
  5. Für welche Leistungsarten der Unfallversicherung gilt der Einschluss?
    Teilweise sind die Leistungen bei Infektionen auf den Invaliditäts- und Todesfallschutz beschränkt und gelten somit nicht für alle darüber hinausgehenden versicherbaren Leistungen, wie z.B. einen Unfall- oder Krankenhaustagegeld.
  6. Gilt die Infektionsklausel auch für die erweiterte Gliedertaxe bzw. den erhöhten Mitwirkungsanteil?
    Bei einigen Anbietern bezieht sich die Infektionsklausel nicht auf die erweiterte Gliedertaxe der Besonderen Versicherungsbedingungen, sondern nur auf die allgemeine Gliedertaxe nach den Allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen. Diese allgemeine Gliedertaxe sieht oft deutlich weniger Leistung vor. Gleiches gilt für den sogenannten Mitwirkungsanteil. Hat eine Vorerkrankung oder ein unfallfremdes Ereignis Einfluss auf den Unfall bzw. die Infektion und die daraus resultierenden Folgen, so kann die Leistung um den Teil gekürzt werden, der aus der Vorerkrankung oder dem unfallfremden Ereignis resultiert.
  7. Wie sind die Invaliditätseintritts- und Invaliditätsanmeldefristen geregelt?
    Die entsprechenden Fristen zur Meldung des Unfalls und der Infektion sollten erst mit dem Ausbruch oder noch besser nach der Erstdiagnose der Infektion bzw. der Infektionsfolgen beginnen und sich nicht am eigentlichen Schadenereignis (Zeitpunkt des Zeckenbisses) orientieren. Häufig liegen zwischen einer Infektion und dem Ausbruch der Infektionsfolgen mehrere Jahre. Falls die o.g. Fristen mit dem Zeitpunkt des Zeckenbisses beginnen würden, könnten diese unter Umständen bereits verstrichen sein, ohne dass die Infektion festgestellt oder nachgewiesen wurde. Eine fristgerechte Meldung des Unfalls wäre demnach nicht mehr möglich.
  8. Sind Schutzimpfungen mitversichert?
    Als Unfallereignis sollten auch Schutzimpfungen gegen Infektionskrankheiten gelten, wenn durch eine Impfung die versicherte Person eine Gesundheitsschädigung erleidet. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass die gleichen Erkrankungen mitversichert sind wie im Rahmen der Infektionsklausel.

SLP-Unfallschutz: Umfangreiche Versicherungslösungen für Sie und Ihre Familie.

Im SLP-Unfallschutz ist eine große Zahl von Infektionskrankheiten (u.a. Frühsommermeningitis / Zeckenenzephalitis (FSME), Borreliose, Malaria) mitversichert. Gleiches gilt für Schutzimpfungen, Tollwut, Wundstarrkrampf oder Wundinfektionen.

Der SLP-Unfallschutz bietet sofortigen Versicherungsschutz, es gibt keine Wartezeiten. Der Versicherungsschutz wird nicht auf berufliche Tätigkeiten eingeschränkt, sondern gilt auch vollumfänglich in der Freizeit. Des Weiteren muss keine Mindestinvalidität erreicht werden - der Versicherungsschutz greift bereits ab 1 % Invalidität.

Der erhöhte Mitwirkungsanteil und die entsprechend erweiterte Gliedertaxe gilt in jedem Leistungsfall uneingeschränkt. Ein weiterer Vorteil: Die entsprechenden Fristen im Versicherungsfall beginnen erst mit der ärztlichen Feststellung, dass eine Invalidität durch die Infektionskrankheit vorliegt.

Bitte informieren Sie den Versicherer stets über neue Situationen, um Versicherungslücken zu vermeiden und den Versicherungsschutz an Ihre persönliche Situation anzupassen.

Für zusätzliche Informationen oder Rückfragen steht Ihnen Christof Tittel als Ansprechpartner gerne zur Verfügung:

Christof Tittel
Tel: 0371-3828032
christof.tittel@slpag.de