2015 – neues Jahr, neue Regelungen

Der Mindestlohn ist da

Seit dem 1. Januar 2015 gibt es den flächendeckenden, gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland. Das Gesetz sieht vor, dass jeder Arbeitnehmer mindestens 8,50 Euro brutto pro Stunde bekommt. Soweit so klar, aber es gibt einige Ausnahmen: Die meisten Praktikanten, Azubis und Langzeitarbeitslose haben erst nach vier bis sechs Monaten einer Beschäftigung ein Recht auf einen Stundenlohn von 8,50 Euro. Außerdem dürfen bis Ende 2016 noch Stundenlöhne unterhalb des Mindestlohns gezahlt werden, wenn das ein branchenspezifischer Tarif so vorsieht. Ab spätestens 2017 muss der Mindestlohn aber in allen Branchen angekommen sein und gezahlt werden.

Bitte lächeln: Gesundheitskarte mit Bild ist Pflicht

Ein schickes biometrisches Foto – das kennen die meisten vom Personalausweis und Reisepass. Seit diesem Jahr geht es auch auf Ihrer Gesundheitskarte nicht mehr ohne. Ein Bild auf der Krankenkassenkarte ist seit 1. Januar 2015 Pflicht, um medizinische Leistungen auf Kosten der Kasse in Anspruch nehmen zu können. Versichertenkarten ohne Bild gelten ab sofort nicht mehr, auch wenn sie ein längeres Gültigkeitsdatum haben. Auf der elektronischen Karte befinden sich neben dem Foto Ihr Name, Geburtsdatum und Adresse sowie Angaben zur Krankenversicherung.

Pflegebeiträge rauf – Rentenbeiträge runter

Mit dem ersten Pflegestärkungsgesetz wurden zum Jahreswechsel die Beiträge zur Pflegepflichtversicherung um 0,3 Prozentpunkte auf 2,35 % für versicherte mit Kind und für kinderlose auf 2,6 % erhöht. In einem zweiten Schritt sollen die Zahlungen dann auf insgesamt 0,5 % aufgestockt werden. Das bedeutet zunächst einmal höhere Beiträge, dafür stehen aber auch fünf Milliarden Euro mehr im Jahr für bessere Pflegeleistungen zur Verfügung. Aber die gute Nachricht: Immerhin sinken die Beiträge zur Rentenversicherung um 0,2 Prozentpunkte auf 18,7 %.

Wenn die Kasse dreimal klingelt: Preiserhöhung bei der Post

Zum dritten Mal in Folge erhöht die Deutsche Post pünktlich zum Jahreswechsel ihre Preise. Bisher reichten 60 Cent für einen Standardbrief, seit dem neuen Jahr verlangt die Post 62 Cent für Sendungen im Inland bis 20 Gramm. Wenn es ins Ausland gehen soll, werden seit Januar dafür 5 Cent mehr, also 80 Cent fällig. Falls Sie noch alte Briefmarken zu Hause haben, müssen Sie diese nicht wegwerfen – Ergänzungsmarken gibt es in jeder Postfiliale oder im Internet zu kaufen. Auch die Kosten für ein Päckchen bis zwei Kilogramm wurden um 30 Cent erhöht. In der Filiale zahlen Sie dafür jetzt 4,40 Euro und online 4,29 Euro.

Flexible Elternzeit mit ElterngeldPlus

Zum neuen Jahr ist das Gesetz zum ElterngeldPlus in Kraft getreten. Die Neuregelung gilt für alle Eltern, deren Kinder nach dem 1. Juli 2015 geboren werden. Zukünftige Mütter und Väter können sich dann in Zukunft zwischen dem Elterngeld und dem Elterngeld Plus entscheiden. Beim ElterngeldPlus dürfen Eltern eine Teilzeitbeschäftigung bis zu 30 Stunden pro Woche ausüben und erhalten dann doppelt so lange Zuschüsse – aus einem Monat Elterngeld werden also zwei Monate ElterngeldPlus. Für werdende Eltern, die ihren Job behalten und gleichzeitig für den Nachwuchs sorgen möchten, bietet die neue Regelung mehr Flexibilität. Die maximale Auszahlungszeit steigt mit dem ElterngeldPlus von 14 auf 28 Monate.

Energiesparen jetzt auch online

Beim Kauf von Elektrogeräten stellt sich oft die Frage: welches ist das richtige für mich? Neben Design und Grundfunktionen ist auch der Energieverbrauch ein entscheidendes Kriterium. In Online-Shops hat man diese wichtigen Details bisher vergebens gesucht. Ab Januar 2015 aber müssen Kühlgeräte, Geschirrspüler, Waschmaschinen, Wäschetrockner, Raumklimageräte, Fernsehgeräte, Staubsauger, elektrische Lampen und Leuchten auch in Online-Shops mit einem EU-Energiesparlabel gekennzeichnet sein. Ab diesem Jahr können Sie also auch im Internet ganz leicht Stromfresser von Energiesparern unterscheiden.