Alle an Bord – die neuen Fernbusse

Zum Januar letzten Jahres hat die Bundesregierung den Fernreiseverkehr liberalisiert. Damit kippte sie ein Gesetz aus den 1930er Jahren: Fernbuslinien wurden nur dann genehmigt, solange es keine entsprechende Zugverbindung gab. Was ursprünglich die Entwicklung der Eisenbahn stärken sollte, führte mit der Zeit zu einem Quasi-Monopol der Bahn – scheinbar überteuerte Preise inklusive.

Das neue Gesetz erlaubt nun Busverbindungen, solange die Haltestellen weiter als 50 Kilometer auseinander liegen. Seitdem schießen Anbieter und bediente Strecken wie Pilze aus dem Boden. Rund 400 deutsche Städte werden bereits von den Fernbusunternehmen angefahren.

Zu den wichtigsten Anbietern gehören beispielsweise MeinFernbus.de , Flixbus , ADAC Postbus , DeinBus.de sowie der IC Bus der Deutschen Bahn AG . Über Vergleichsportale, etwa www.busliniensuche.de oder www.fernbusse.de , finden Sie die günstigsten Angebote für Ihre gewünschte Route.

Die Vorteile

Der wahrscheinlich gravierendste Unterschied zu den bisherigen Fernreiseanbietern: Eine Fahrt kostet im Durschnitt deutlich weniger als mit Bahn oder Billigflieger. Außerdem bieten die Fernbusse viele Direktverbindungen zwischen Städten, die mit dem Zug nur über mehrmaliges Umsteigen erreichbar sind. Während der Fahrt werden die Koffer sicher und für Fremde unzugänglich im Gepäckraum des Busses verstaut. Übergroße Trolleys in den Gängen und der Kraftakt, um schweres Gepäck in die Ablage zu hieven, fallen also aus. Wer nicht gerne rückwärts fährt, kann sich ebenso freuen, denn alle Sitze zeigen natürlich in Fahrtrichtung. Für alle, die sich die Zeit mit surfen im Netz vertreiben wollen, gibt es meistens WLAN an Bord. Ein kleiner Wermutstropfen hier: Die maximale Nutzerzahl ist in der Regel begrenzt und das Netz oft überlastet.

Die Nachteile

Für Geschäftsreisende mit wenig Zeit sind die Fernbusse wahrscheinlich weniger attraktiv. Denn gerade auf langen Strecken wie von München nach Hamburg brauchen diese deutlich länger als ein ICE oder ein Flugzeug. Staus und extreme Witterungsverhältnisse können die Ankunft noch zusätzlich hinauszögern – aber auch Bahnfahrer sind vor Verspätungen nicht gefeit. Zu wünschen übrig lässt noch die Informationspolitik der Busanbieter, wenn es zum Beispiel um Verspätungen oder Anschlussmöglichkeiten geht. Für Spontanreisende sind die Fernbusse ebenfalls nur zweite Wahl: Die verfügbaren Plätze sind begrenzt, sodass Reisende ohne vorherige Reservierung unter Umständen nicht mehr mitgenommen werden. Bei einigen Anbietern können Tickets sogar ausschließlich vorab online gekauft werden.

Nicht für jeden eine Alternative

Wenn Sie also möglichst schnell von A nach B wollen, sind Sie mit Bahn oder Flugzeug meist besser beraten. Für Sparfüchse bieten die Fernbusse allerdings eine wirkliche Alternative. Unser Tipp: Testen Sie die Busse doch für eine Strecke, die Sie normalerweise mit dem Auto zurücklegen würden. In diesem Fall sind sie in Sachen Preis und Umweltverträglichkeit oft die bessere Wahl.