Nicht mit mir! Ihre Rechte im Urlaub

Egal ob Bade- oder Aktivurlaub, die schönsten Tage des Jahres sollten vor allem der Erholung dienen. Ein unpünktlicher Flug oder Mängel im Hotel können das jedoch ganz schnell zunichtemachen. Diese Rechte haben Sie, sollte sich Ihr Traumurlaub als Alptraum entpuppen.

Verspäteter oder annullierter Flug

Wenn Sie wegen kurzfristiger Annullierung oder Überbuchung auf Ihren Flug verzichten müssen, haben Sie Anspruch auf eine Ausgleichszahlung – zumindest bei Flügen von europäischen Fluggesellschaften, die in der Europäischen Union starten oder landen. Die Höhe richtet sich dabei nach der Länge der Flugstrecke. Als Ausnahmen gelten außergewöhnliche Umstände, beispielsweise Schneechaos oder ein Fluglotsenstreik. Aufgepasst: Die meisten technischen Probleme gehören nicht zu den außergewöhnlichen Umständen, obwohl die Airlines oft versuchen, sich mit dieser Angabe vor den Zahlungen zu drücken. Weigert sich die Fluggesellschaft zu zahlen, wenden Sie sich am besten an das Luftfahrtbundesamt.

Auch wenn Ihr Flug Verspätung hat, muss Ihnen der entstandene Schaden ersetzt werden. Verpassen Sie deshalb Ihren Anschluss, können Sie beispielsweise einen Verspätungsschaden geltend machen. Auch die Kosten für eine notwendig gewordene Hotelübernachtung oder eine Taxifahrt können Sie von der Airline zurückverlangen. Beträgt die Verspätung Ihres Flugs mehr als drei Stunden, wird der Fall wie eine Annullierung behandelt.

Gepäck weg

Sie sind gut am Urlaubsziel angekommen, aber von Ihrem Gepäck fehlt keine Spur? Bei Verlust oder Verspätung Ihres Gepäcks haben Sie ein Recht auf Entschädigung. Airlines müssen Ihnen beispielsweise die Kosten für Kosmetikartikel oder Ersatzkleidung erstatten – natürlich nur für das Nötigste. Waren Ihre Koffer nicht auf dem Laufband, melden Sie das am besten direkt am Lost-and-Found-Schalter im Flughafen. Lassen Sie sich dort unbedingt eine Kopie dieser Meldung geben. Rein rechtlich können Sie Ihre Forderungen bei verlorenem oder beschädigtem Gepäck innerhalb von sieben Tagen und bei verspätetem Gepäck innerhalb von 21 Tagen nach dessen Eintreffen schriftlich bei der Airline melden.

Ärger im Hotel

Baustellenlärm, kein Mittagessen trotz All-inclusive-Buchung, der Pool ist verdreckt, Kakerlaken und andere Insekten tummeln sich im Hotelzimmer – die Liste der eingeklagten Hotelmängel an deutschen Gerichten ist lang. In schlimmen Fällen haben Sie Anspruch auf eine Reisepreisminderung oder sogar Schadensersatz für die vertane Urlaubserholung. Aber: Nicht jede Kleinigkeit wird von den Richtern als Grund anerkannt. So werden laute oder unangenehme Hotelgäste eher als „allgemeines Lebensrisiko“ gesehen. Auch einzelne Insekten oder Kakerlaken müssen Sie besonders in südlichen Ländern erdulden.

Richtig reklamieren im Hotel

Um später die Chance auf eine Erstattung zu haben, müssen Sie bei Pauschalreisen einen festgestellten Mangel schon vor Ort Ihrem Reiseleiter – und nicht nur der Rezeption – mitteilen. Halten Sie diese Beschwerde schriftlich fest und lassen Sie sich vom Reiseleiter durch eine Unterschrift bestätigen, dass er sie zur Kenntnis genommen hat. Bei Individualreisen wenden Sie sich an den jeweiligen Vertragspartner, also dem Hotelbetreiber. Setzen Sie eine angemessene Frist, innerhalb der die Mängel behoben sein müssen. Erst wenn bis dahin keine Abhilfe geschaffen wurde, können Sie zuhause bis spätestens vier Wochen nach Ihrer Rückkehr eine Reisepreisminderung einklagen. Wichtig dafür ist vor allem die Beweissicherung vor Ort: Machen Sie Fotos oder Videos von den Missständen und lassen Sie sich die Heimadresse anderer Hotelgäste geben, die sich als Zeugen zur Verfügung stellen. Übrigens: Nicht reklamieren können Sie, wenn Sie vor der Reise auf eventuelle Mängel hingewiesen wurden. Wenn also im Katalog von „allabendlicher Musikunterhaltung“ die Rede war, werden Sie keine Preisminderung wegen Belästigung durch laute Musik durchsetzen können.

Wir wünschen Ihnen einen schönen Urlaub ohne Ärgernisse!