Sabbatical - Ausstieg auf Zeit

Sie wollen einfach mal eine Auszeit nehmen, den täglichen Arbeitstrott hinter sich lassen und das am Besten sofort? Leider geht das nicht von heute auf morgen, denn ein zeitweiser Ausstieg vom Beruf will gut vorbereitet sein und sollte nicht überstürzt angetreten werden.

Wenn Sie mit einem Sabbatical liebäugeln, sollten Sie sich und Ihrem Arbeitgeber genügend Vorbereitungszeit zugestehen, um den Abschied in die Pause so gut wie möglich zu planen. Bereits anderthalb Jahre vorher sollten Sie in die konkrete Planung gehen. Für welchen Zeitraum wünschen Sie sich eine Auszeit? Welcher Zeitpunkt wäre geeignet? Optimal wäre beispielsweise nach einem abgeschlossenen Projekt oder vor einem geplanten Karriereschritt. Aber auch, wenn Sie das Gefühl haben, beruflich auf der Stelle zu treten kann eine Luftveränderung hilfreich sein, um sich darüber klar zu werden, wohin Sie wollen. Oder fühlen Sie sich vom Alltag überrollt, sind Sie erschöpft und lustlos? Auch dann kann ein Sabbatical neue Motivation wecken und Kraft spenden. Sprechen Sie im Vorfeld mit Menschen, die sich bereits eine berufliche Auszeit gegönnt haben. Bestimmt werden Sie von ihren Erfahrungsberichten inspiriert und bekommen hilfreiche Tipps.

Wie sag ich's meinem Chef?

Möglich wird der zeitweise Ausstieg durch das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG), das ab einer Betriebsgröße von 15 Mitarbeitern und einer Betriebszugehörigkeit von über sechs Monaten die flexible Gestaltung der Arbeitszeit erlaubt. Einen rechtlichen Anspruch auf ein Sabbatical haben Sie allerdings dadurch nicht. Deshalb sollten Sie Ihren Chef von Ihrer Idee überzeugen und ihn nicht vor vollendete Tatsachen stellen. Überlegen Sie stattdessen gemeinsam, welche Möglichkeiten es gibt, um Ihren Ausstieg zu regeln. Oft können auf einem sogenannten Langzeitarbeitskonto Überstunden oder nicht beanspruchter Urlaub als Plusstunden „angespart“ und dann für ein Sabbatical am Stück abgebaut werden. Auch spezielle Teilzeitmodelle sind möglich, bei denen Sie beispielsweise über drei Jahre 40 Stunden in der Woche arbeiten, aber nur für 30 Stunden bezahlt werden. Dafür ist das vierte Jahr frei, Sie werden aber weiterhin gleich bezahlt. Je nach finanzieller Lage wäre unbezahlter Urlaub ebenfalls eine Option. Legen Sie auf jeden Fall auch schon vor dem Sabbatical die Dauer der Auszeit sowie die Fortführung Ihres Arbeitsvertrags und Ihre Rückkehroptionen fest.

 

Der Countdown läuft

Vor Ihrer Auszeit sollten Sie durchrechnen, wie Ihre finanzielle Situation während des Sabbaticals sein wird. Kalkulieren Sie hier auf alle Fälle sehr konservativ und vergessen Sie auch finanzielle Polster für unvorhergesehene Ereignisse nicht. Sparen können Sie, indem Sie vor einer längeren Reise nicht benötigte Abonnements etwa für die Tageszeitung oder fürs Fitnessstudio rechtzeitig kündigen oder sogar für die Zeit Ihrer Abwesenheit Ihre Wohnung zwischenvermieten. Kein Geiz dagegen bei Kranken- und Haftpflichtversicherung, die auch während einer Auszeit unverzichtbar sind. Achtung: Nicht immer sind sie während des Sabbaticals weiterhin über Ihren Arbeitgeber kranken-, renten- und sozialversichert. Unter Umständen müssen Sie sich selbst darum kümmern.

Endlich ist es soweit!

Der lang ersehnte letzte Arbeitstag ist gekommen, Sie haben sich von Ihren Kollegen verabschiedet und freuen sich auf die freien Monate. Und nun? Nutzen Sie Ihre freie Zeit für einen Tapetenwechsel und das Sammeln neuer Eindrücke – aber verplanen Sie sie nicht minutiös. Falls Sie auf Reisen gehen, halten Sie diese besondere Zeit in einem Reisetagebuch oder einem Blog, in dem Sie den Daheimgebliebenen Ihre Erfahrungen mitteilen, fest. Das ist auch nach Ihrer Rückkehr ein schönes Erinnerungsstück.

Mit der richtigen Vorbereitung wird Ihr Sabbatical sicherlich zu einer unvergesslichen Zeit mit vielen neuen Impressionen. Und anschließend können Sie wieder mit viel Motivation und neuen Ideen durchstarten!